Trotz später Blüte gute Grundlagen für zufriedenstellende Apfelernte

 

43. Apfelblütenwanderung der Kelterei Possmann -

Possmann Blütenwanderung 2016-1 Possmann Blütenwanderung 2016 v.l.Günter Possmann + Manfred Völkl(1)Der kühle April sorgt für eine verspätete Apfelblüte. Die Kirschen sind bald wieder abgeblüht, die Apfelbäume lassen in diesem Jahr auf sich warten. Deren Blütezeit beginnt zumeist etwa um den 20. April; den Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt wegen sind die meisten Blüten auch Ende April noch geschlossen. Auf der 43. Apfelblütenwanderung der Kelterei Possmann durch Mammolshainer Streuobstwiesen erfuhren Interessierte, Naturschützer, Gastronomen und Kunden der Kelterei von den Verantwortlichen des Obst- und Gartenbauvereins Mammolshain, wie das Frühjahr sich bislang auf die Apfelblüte ausgewirkt hat. Interessant war das auch für Keltereien-Chef Peter Possmann: „Wir verarbeiten jedes Jahr mindestens 10.000 Tonnen Äpfel, zu einem großen Teil kommen die von heimischen Streuobstwiesen vor der Haustür. Da ist es schon wichtig, dass wir die Faktoren kennen, die sich auf die Ernte auswirken können.“ Da die meisten Apfelblüten noch geschlossen sind, sind Frostschäden trotz kühler Witterung bislang nicht zu erwarten. Auch Frostspannerwürmchen und andere Schädllinge sind nicht an den Bäumen zu sehen. Ein weiterer Faktor, der sich auf die Apfelernte auswirkt, ist die Alternanz: Apfelbäume, an denen die alten Keltersorten wachsen, die Rheinische Schafsnase, der Haux-Apfel oder der Rote Eiserapfel beispielsweise, ruhen sich nach einem Jahr, in dem sie reichlich getragen haben, aus – die Ernte kann dann im Jahr darauf weniger reichhaltig ausfallen. Um die vermutlich geringere Erntemenge 2016 nicht zusätzlich zu schmälern, sollten Apfelbäume in diesem Jahr zurückhaltender geschnitten werden. Durch den recht warmen letzten Sommer haben die Bäume allerdings viele sehr gut entwickelte Blütenansätze. Als Fazit bleibt: Bislang keine Frostschäden, Schädlingsbefall unauffällig, gute Blütenansätze an den Bäumen – die Voraussetzungen für ein gutes Erntejahr sind grundsätzlich nicht schlecht.

Cidre de Fouesnant – breton cidre artisanal !

IMG_20150701_201906_editDie typische Süße, kombiniert mit ganz sachter, von den Tanninen der verwendeten Äpfel herrührender Bitterkeit. Der Eindruck von erfrischender Säure kommt von der – sicherlich – zugesetzten Kohlensäure. Die Apfelsorten, die für diesen leicht trüben cidre fermier pur jus verwendet wurden, sind sogenannte douce-amère, die süß-bitteren Sorten; über die unseren Apfelwein prägende Apfelsäure verfügen sie nicht. Die Tannine hinterlassen den leicht stumpfen Eindruck im Mundraum. Ansonsten schmecken wir dichte Apfelaromen, Honig, Lindenblüte. So schmecken Äpfel dieser Art, wenn sie nach der Ernte noch eine Weile, so 2 bis 3 Wochen, auf dem Lager nachreifen & die Feuchtigkeit der Äpfel in der Zeit verdampft; der Fruchtzucker konzentriert sich während dessen.

Wir haben großes Vergnügen an diesem Apfelwein – Cidre – aus der Bretagne, aus dem Städtchen Fousnant, der für uns einen echten Zufallsfund darstellt. Eine Freundind brachte uns einige Flaschen von einem Kurztrip in die Bretagne mit, wo sie ihn direkt beim Erzeuger Stéven Goenvec eingekauft hat. Solange der Vorrat reicht: im Apfelweinkontor, Frankfurt-Sachsenhausen, Wallstraße 13.

 

Kety Cider 2011 von David Llewellyn

IMG_20150629_203552_editDavid Llewellyn ist einer der unbeugsamen Apfelanbauer und cider makers, die sich in Britannien und Irland mit viel Handwerk und Leidenschaft gegen das landauf, landab geprägte Bild vom british cider als ein aus viel Wasser, Zucker, Farbstoff und Aromen zusammengemischtes Getränk stemmen. Er, wie viele andere artisanal ciderists, zeigt, dass Cider Handwerk, Terroir und großer Genuss ist. Eigener Apfelanbau, eigene Cider-Produktion, viel Tradition in Herstellung und Auswahl der verwendeten Sorten.

Sein “Kety 2011″, ein Cider aus 50 % Kety (eine Apfelsorte, die man hierzulande nicht kennt), 25 % Dabinett und 25 % Streuobst ist ein harmonischer, leichter Cider, der dem Freund südhessischen Apfelweins nicht ungewöhnlich vorkommen dürfte; der Apfelwein ist trocken, hat eine angenehme Säure und eine eher zurückgenommene, wenngleich schön wahrnehmbare Apfelfrucht. Was man bei unseren Apfelweinen nicht kennt, ist die leichte Bitterkeit, die dem Apfelwein – wie vielen von der Insel – innewohnt. In dem Fall liegt´s am Dabinett, einer Sorte, die eben diese Bitterstoffe im Geschmacksbild trägt. Richtig dosiert ist die bittere Note eine tolle Komponente dieses real cider, gemeinsam mit der feinen Apfelsäure ergibt sich eine tolle, durstlöschende und efrischende Kombination.

Wer englischen Apfelwein mag und/oder endlich mal kennenlernen möchte, hat mit diesem Produkt beste Gelegenheit, sich der Sache auf angenehme Weise zu nähern. Hier können Sie den Cider online bestellen.

Welt-Apfelweintag am 3.6.2015! Wir machen Welt Apfelwein BBQ

Welt Apfelwein BBQ 2Mit einer kleinen, feinen Auswahl internationaler Apfelweine (und einem Birnenwein) feiern wir den Welttag des Apfelweins.

Entdecken Sie ganz unterschiedliche Köstlichkeiten aus der Apfelwein-Welt! Apfelwein ist nicht gleich Apfelwein, schon gar nicht, wenn er Cidre, Sidra, Cider oder Most heißt. Entdecken Sie die Unterschiede und finden Sie Ihren Favoriten. Michael Stöckl, Apfelwein-Sommelier und Kenner der internationalen Szene, steht für die Beantwortung Ihrer Fragen bereit und erklärt gemeinsam mit dem Team vom Apfelweinkontor die internationalen Apfel- und Birnenwein-Spezialitäten. Mit dabei unter anderem Produkte von David Llewellyn (Irland), Trabanco (Asturien), Michelle Maman (Bretagne), Andreas Schneider (Frankfurt am Main) und viele andere mehr, Überraschungen inklusive!

Die Rhein-Main-BBQ-Society bietet Thymian-Apfel-Schweinerücken mit Meersalzkartoffeln aus dem Dutch Oven an, Das Team vom Hessendöner bereitet Grüne Soße und Handkäs.

Welt Apfelwein BBQ
3. Juni 2015 ab 16.30 Uhr
Apfelweinkontor – Markt im Hof – Wallstraße 13 – Frankfurt am Main / Sachsenhausen
‪#‎Weltapfelweintag‬ ‪#‎Cider‬ ‪#‎Apfelweinkontor‬ ‪#‎Apfelwein‬

Was für ein großartiger Apfel: Goldrush!

Gezüchtet in den 1990ern in Illinois. Wird auch in Frankfurt angebaut, zB im Sortengarten des Mainäppelhauses auf dem Lohrberg. Anspringende Zitrussäure, fein strukturiertes und vielschichtiges Aroma, Limette, Grapefruit, Zitrusschale. IMG_0033_1

Pomme d´Or für David Llewellyn – Katy 2011 Dry Reserve Cider

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Ausgesprochen angenehmer Besuch aus Irland: David Llewellyn ist auf Rundreise durch das Apfelwein- und Birnenweinland, Frankfurt am Main, die Bodenseeregion, Niederösterreich und der dortige Salon des Mosts und die Normandie (Adam Bland!) stehen auf dem Programm.

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Am vergangenen Wochenende hat er mit seinen Produkten bereits bei Apfelwein Weltweit im Palmengarten die Angelsachsen würdig in Sachen Real Cider vertreten, nachdem er für seinen Katy 2011 Dry Reserve einen Pomme d´Or verliehen bekommen hat. David betreibt in der Nähe von Dublin seinen Obsthof, vermarktet sein Obst auf Wochenmärkten, macht eigene Essige und tolle Ciders (in der Regel Anteil von 50% Dabinett, nur nicht bei Katy, der ist sortenrein aus eben dieser Sorte) der handwerklichen Art: kein Zucker, kein Wasser, keine Zusätze. “100 % Apple, 100 % Irish”, so die Zusammenfassung seiner Denkweise auf dem Etikett.

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Ab jetzt im Sortiment bei uns: Katy, die Preisträgerin, ein köstlicher, handwerklich hergestellter trockener Cider mit Perlage (bottle conditioned), ist ab jetzt im Apfelweinkontor erhältlich.

Pomme d´Or 2014 – Die besten Apfelweine. Alle Gewinner auf einen Blick.

Der Verein Apfelcompagnie hat seinen alljährlichen Verkostungswettbewerb durchgeführt – hier sind die Preisträger. Beachtlich die Strahlkraft die dieser Frankfurter Verkostungswettbewerb mittlerweile auch in andere Länder Europas – etwa Irland, Schweden, Dänemark, Österreich – hat.

Gratulation an alle Gewinner!

Gewinner des POMME D’OR 2014 (in alphabetischer Reihenfolge)
Kategorie Manufaktur-Apfelwein –Schoppen:
E sauber Stöffche „Bioland“, Matsch & Brei, Wiesbaden
Hausschoppen naturtrüb, Dornröschen, Peter Merkel, Höchst/Odw.
Traditioneller Apfelwein, Immenhof, Bad Soden
Kategorie Manufaktur-Apfelwein, Cider aus Regionen in Deutschland:
2013 Ananasrenette, Obsthof am Steinberg, Andreas Schneider, FFM
Bohnapfel & Boskoop mit echtem Speierling, Apfelweinkontor, FFM
Prinz Albrecht von Preussen 2012, Gutshof Kraatz, Nordwestuckermark
Kategorie Manufaktur-Apfelwein, Cider aus Regionen in Europa:
Apfelmost Cuvée, Hechal’s Spezialitäten, Fam. Frühwald, Reinsberg, Österreich
Baronmost –Grüne Pichelbirne-, Moderbacher, Obergrafendorf, Österreich
Baroncider, Familie Wieser, Randegg, Österreich
Birnen-Holunder-Cider, Karl Wagner, Strengberg, Österreich
Dorsch Birnen-Most aus Streuobstlagen, Karl Wagner, Strengberg, Österreich
Ilzer Rosenapfel, Haas, Gnas-Österreich
Pinova, Obstbau Boden, Mettersdorf –Österreich-
Real Cider, Double L „Katy reserve“, David Llewellyn, Lusk, Irland
Rubinette, Nestelberger, Riegersburg-Österreich-
Sidra natural, Cosecha Propia, Trabanco, Asturien
Kategorie Schaumwein aus Äpfeln und anderen Früchten aus Regionen in Deutschland:
Apfel-Quitten-Secco, Pomolo, Karben
BEMEL-WITH-CARE Apfelschaumwein, bemble-with-care, Heppenheim
Birnenschaumwein, … Bratbirne, Manufaktur Jörg Geiger, Schlat, Baden-Württemberg
Birnen-Secco “Gute Luise”, Pomolo, Karben
Herberth GOLD, Kelterei Herberth, Kronberg/ Taunus
„Hohenloher Pomarbo 2011“, Hohenloher Schaumweine, Langenbg.-Unterregenbach, BW
SYN-Secco-Quitte 2013, Quittenperlwein, Hohenloher Schaumweine, Langenburg-Unterr.
Wein aus Äpfeln, Perlwein, restsüß, 2013, Apfelweinkontor, Frankfurt
Kategorie Schaumwein aus Äpfeln und anderen Früchten aus Regionen Europas:
Apfelschaumwein „Graber“, Mäni Graber, Fruthwilen, Schweiz
Lagar de Camin, brut, Sidra Trabanco, Asturien
Poma Aurea, brut nature, Sidra Trabanco, Asturien
Prau Monga, Sidra Angelon, Asturien
Sidra de Pera, Viuda de Angelón, Asturien
Kategorie Dessertweine Deutschland und Europa:
Malus X –Feminam 2012, Cold Hand Winery, Randers, Dänemark
Malus X –Masculine 2011, Cold Hand Winery, Randers, Dänemark
PriSecco, Cuvée Nr. 7 (alk.frei), Manufaktur Jörg Geiger, Schlat, BW

Sensationsfund am Berger Südhang

Das Streuobstgebiet am Berger Hang in Frankfurt am Main kann nun als Wiege der Apfelweinbereitung betrachtet werden. Eine Forschergruppe der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung fand bei Ausgrabungen am südlichen Berger Hang karbonisierte Apfelkerne, die die Forscher auf das Jahr 7900 v. Chr. datieren können. Doch die Ausgrabung brachte noch faszinierendere Funde zutage: den prähistorischen Vorläufer einer Apfelmühle und eine Frühform der Kelter. Damit ist klar: Der Mensch der Jungsteinzeit baute nicht nur Äpfel an und nutzte sie zu seiner Ernährung, er verarbeitete sie auch weiter zu Saft – und dann höchstwahrscheinlich auch zu Apfelwein. Prof. Dr. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg-Gesellschaft, nannte den Fund eine ungeheuerliche Entdeckung. “Die Bestätigung, dass der neolithische Frankfurter bereits Erfahrungen in der Apfelweinherstellung gesammelt hat, ist eine Sensation. Das stellt die gesamte Forschung in dem Bereich auf den Kopf”, sagte er am Rande der Ausgrabungsstätte.  Weitere Ergebnisse würden im Laufe der kommenden Wochen veröffentlicht, zunächst gelte es, die Funde einer eingehenden Labor-Analyse zu unterziehen. Eines ist jedenfalls jetzt schon durch den Fund belegt: Am Berger Hang in Frankfurt wurde das erste Stöffche der Menschheitsgeschichte gekeltert.

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Das reine Grauen: die Zutatenliste mancher Apfelweine

Einfach schauderhaft. Kein Deutsches Produkt, aber ein in Deutschland erhältliches: Somersby Cider. Somersby ist eine Marke der dänischen Carlsberg-Brauerei. Leider haben solche Produkte (wir haben hier eine Dose Somersby Apple Cider vor uns) gar nichts mit handwerklich hergestellten Apfelweinen, Ciders, Cidres, … gemein, sie ähneln eher dem Ergebnis des Experiments eines durchgeknallten Lebensmittelchemikers. “Somersby is a premium cider …” Premium? Eher nicht. “The traditional ways of cider making are still with us today …”, heißt es auf der Website des Herstellers. Traditionell? Ein Blick auf die Zutatenliste legt eher das traurige Gegenteil nahe: Wasser, Apfelwein (Wasser, Glukosesirup, Apfelsaftkonzentrat), Zucker, Apfelsaftkonzentrat, Kohlendioxid, Säuerungsmittel (Zitronensäure), natürliches Aroma, Konservierungsmittel (Kaliumsorbat), Farbstoff (ammonieret (keine Übersetzung für das Wort, pardon) Karamel). Marketing und bunte  Bildchen sind alles, Inhalt nix.

Ausblicke auf die Apfelweinkultur