Schließlich ist bald Weihnachten. Und Silvester! Wir empfehlen Apfelschaumwein.

Apfelsekt, Abbelschambes, Was ist das eigentlich? Kleine Erklärung: Den ersten deutschen Schaumwein aus Äpfeln hat Carl Samuel Häusler hergestellt. Und das nicht, weil er so gern Champagner gemacht hätte, aber keine Trauben zur Hand hatte, sondern weil er wahrscheinlich ahnte, welch tolles Produkt ihm da gelingen würde. Wir wissen natürlich nichts von den geschmacklichen Eigenheiten der Häuslerschen Erzeugnisse, wissen aber um die Popularität von Apfelschaumweinen in der Folge. Schließlich wurde die Delikatesse von Deutschland aus in die ganze Welt geschickt. Hergestellt wird Apfelschaumwein (oder: sollte hergestellt werden) nach der Champagnermethode (ein Grundwein wird mit Champagnerhefen versetzt, gärt ein zweites Mal, kommt ins Rüttelpult, wird degorgiert).

Im niederschlesischen Grünberg lebte also besagter Erfinder und gründete eine Kellerei. 1820 stellte er seinen Apfelschaumwein her und war damit den deutschen Herstellern von Traubensekt um 8 Jahre voraus. Das Interesse an Apfelschaumweinen ging ab der Mitte der 1940er Jahre zurück, das Produkt verschwand von der Oberfläche. Erst Mitte der 1980er Jahre kam es durch die Arbeit kleiner Keltereien zu einer Renaissance, namentlich Jörg Stier (Maintal-Bischofsheim) machte sich um diese Wiedergeburt mit seinen Getränken verdient. Die Bandbreite von Perlendem und Schäumendem, die auch heute noch in diesem Betrieb hergestellt wird, ist lohnender Anreiz für einen Besuch dort.

Ein anderer Hersteller, der sein konventionelles, aber erstklassiges Apfelweinsortiment (unter anderem) mit hervorragenden Apfelschaumweinen abrundet, ist die Kelterei von Gerhard Nöll in Frankfurt. Freunden von extra trockenen Erzeugnissen sei der Apfelschaumwein in der Variante brut ans Herz gelegt, der Einsteiger und Freund von etwas mehr Restsüße entscheidet sich womöglich für den Apfelschaumwein trocken; diesen hatten wir neulich. Volle Aromen von spät geernteten Äpfeln, eine feine, toll ins Getränk eingebundene Perlage sowie eine angenehme Säure, machen dieses spritzige Getränk zu einem ausgesprochen trinkenswerten Begleiter der Weihnachtstage und -abende. Und bei 7,5 %vol darf man sich ruhig auch mal festtrinken an so einem Fläschchen.

Ein andererer Apfelschaumwein (Hersteller müssen das übrigens so nennen. Nur Traubenschaumwein darf sich Sekt nennen.), den wir zum Gebrauch gern empfehlen, ist der von Joachim Döhne aus dem fernen hessischen Norden. Schauenburg-Breitenbach. Wo sonst nur Bier und Korn getrunken werden. Aber dieser Unbeirrbare macht aus Äpfeln des Naturparks Habichtswald, fern des Apfelweinäquators in der Frankfurter Klappergass, ein Getränk, vor dem man sozusagen ruhig Haltung annehmen darf. Sehr komplex, jung und leicht wie ein Cidre, dennoch voller Extrakt und tief aromatisch wegen des verwendeten, lang gereiften Obstes von alten Bäumen. Bei starker Kundennachfrage kommt Döhnes Schaumwein nicht auf die vollen 9 Monate, dann wird eben schon nach sechsen degorgiert. Ist aber wirklich kein Schaden. Rund 10 %vol.

 

 

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