Wir weisen auf noch einen Termin im März hin. Der neue Wirt im Buchwald Niko Funk wird am 28. März seinen ersten Apfelwein-Abend mit einer Auswahl der Apfelweine aus der Kelterei von Jörg Stier bestreiten. Die Apfelweine, die Küche des Buchwald und das gemütliche Interieur sind neben der Wirtshausmusike von Gerd Müller und den schoppen- und welterklärenden Ein- und Auslassungen des Keltermeisters Stier das, was diese Apfelweinabende im Buchwald bei vielen seit Jahren so beliebt machen. Infos und Reservierung unter 069/46003272.
Jeder hat schon mal eine gesehen, viele wissen aber nicht so richtig, was das überhaupt ist. Oft findet man sie am Stadtrand, auch am Rand von anderen landwirtschaftlichen Nutzflächen.
Was dem Winzer sein Weinberg, ist dem Kelterer seine Streuobstwiese. Sollte es zumindest sein. Je größer eine Kelterei, desto eher wird Obst sonstwoher dazugekauft. Das Alte Land und die Bodenseeregion etwa sind Apfelanbaugebiete, auf die dann zurückgegriffen werden kann.
Oder man kauft sich gleich Konzentrat, aber das ist wieder eine andere Sache. Es soll ja einen Kelterer geben, der gesagt haben soll: “Ich bin froh um jeden Apfel, der nicht auf meinen Hof gelangt.” Der hätte bei der Berufswahl vielleicht etwas länger überlegen sollen.
Auf einer Streuobstwiese stehen jedenfalls die Obstbäume wie verstreut herum, nicht in Reih´und Glied wie auf einer Plantage. Traditionell stehen dort Hochstämme, Bäume mit einem Astansatz ab ca 1,60-1,80 m. Auf diesen Wiesen, an diesen Bäumen, wachsen die Sorten, die für die Apfelweinherstellung gut geeignet sind. Schafsnase, Bohnapfel, Trierer Weinapfel, Heuchelheimer Schneeapfel, etc, pp. Sorten mit guten Gerbstoff- und Säurewerten. Seit längerem auch Goldparmäne, Boskoop und Kaiser Wilhelm. Die klassische Streuobstwiese wird doppelt genutzt. Unten Ackerbau, oben Obst. Natürlich nicht nur Äpfel, sondern auch Birnen, Zwetschgen, Kirschen, auch mal Quitten.
Die Streuobstwiese dient vielen Arten als Speisekammer und Wohnzimmer. Mit einer Vielfalt von 4-5000 Arten ist sie das artenreichste Biotop Europas. Biodiversität direkt vor der Haustür. Der Gartenrotschwanz ist etwa so eine besondere Art, die ohne Streuobstwiese noch seltener wäre. Auch der Steinkauz, Fledermausarten, der Grünspecht und verschiedene Orchideenarten fühlen sich in der Streuobstwiese besonders wohl und brauchen sie als Lebensraum.
Die Streuobstfläche in Hessen beträgt laut einer Biotopkartierung aus dem Jahr 2006 9.500 Hektar (Quelle: BUND). Das sind rund 0,5% der Hessischen Landesfläche. Heute dürfte die Fläche kleiner sein. Wachstum von Siedlungen und Gemeinden und andere Bauvorhaben dezimieren die Fläche immer mehr.
Veranstaltungen im März
Neben der von Michael Stöckl und Andreas Schneider ins Leben gerufenen Jahrgangspräsentation 2009 – Apfelwein im Römer am 15. März (wir berichteten im November), findet dieses Jahr zum zweiten Mal die Apfelweinmesse interCIDRE in Darmstadt statt.
Zudem kann man am Donnerstag, den 12. März ab 22:00 den Apfelweinanstich im HR-Fernsehen verfolgen.
Termine März:
Donnerstag, den 12. März – 22:00 Uhr: Apfelweinanstich im HR-Fernsehen
Sonntag, den 15. März – 11:00 bis 18:00 Uhr: Apfelwein im Römer Jahrgangspräsentation
Freitag, den 27. März – Sonntag, den 29. März: Apfelweinmesse 2009 im darmstadtium
Für die Apfelweinmesse gibt es keine offizielle Website, was sehr zu bedauern ist. Aus diesem Grund hier die im Web gefunden Infos:
| Termine: | 27.03.2009 – 29.03.2009 |
| Messeort: | Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt GmbH & Co. KG
Schlossgraben 1 64283 Darmstadt Telefon: +49-6151-7806-0 Fax: +49-6151-7806-109 |
| Beschreibung: | Die Apfelweinmesse interCIDRE ist die internationale Messe für Apfelwein die zeigt, wie viele Geschmacksnuancen gekelterte Äpfel haben.
Große Keltereien und kleinere Wirtshauskeltereien stellen ihre Produkte vor: sortenreine Apfelweine, Apfelwein-Cuveés, Apfelperlweine oder trendige Mischgetränke mit Cola oder Limonade in kleinen Glasflaschen. Die Apfelweinmesse interCIDRE ist auch ein Fachsymposium, das über neue Techniken, Anbauarten und über alte wie neue Apfelsorten informiert. |
NOCH EIN TERMIN IM MÄRZ: Annelsbacher Apfelweintag, 10.3.09. Unter dem leicht kryptischen Rubrum “Wein spricht deutsch – Apfelwein hessisch” gibt es Workshops (ab 10 Uhr), Symposium (ab 14 Uhr) und Verkostung (gegen 17 Uhr). Infos unter 06163-2484.
Aluminiumgehalt in vier Fruchtsäften und Apfelweinen
Lebensmittelprüfer des Hessischen Landeslabors haben in vier Fruchtsäften und Apfelweinen einen zu hohen Aluminiumgehalt festgestellt.
Hier geht es zum Artikel.
Ein Schreckenswort geht um im Kreis der Apfelweinfreunde: Apfelsaftkonzentrat. Immer wieder mal ist die Rede von “Lügenwirten” und “Lügenkelterern”, die ihren Kunden aus Konzentrat hergestellten Apfelwein anbieten und Redaktionen schicken alle Jahre wieder Reporter aus, die investigativ recherchieren sollen, wer wofür Konzentrat verwendet oder nicht.
Was ist denn Apfelsaftkonzentrat? Der Name sagt es, es ist konzentrierter Apfelsaft. Eingedickter Apfelsaft. Apfelsdicksaft. Andere Dicksäfte werden in der Küche verwendet um Speisen zu süßen, dazu dient zB Agavendicksaft. Dicksaft klingt gleich viel weniger schlimm als Konzentrat, freundlich und ein bisschen nach Reformhaus. Der größte Anteil der bei uns verkauften Fruchstäfte ist selbstverständlich aus Konzentrat hergestellt.
Früher wurde Fruchtsaft tatsächlich mittels Hitze konzentriert. Auf diese Weise eingedickter Saft schmeckt fahl und lasch, Hitze tut dem Saft nicht gut. Ein Wein aus so einem Konzentrat schmeckt einfach nicht mehr so, wie er schmecken soll. Heute wird das aber anders gemacht. Die Säfte werden nicht mehr durch Erhitzen konzentriert, sondern mittels Vakuum. Dieses Verfahren schont die Aromen und Inhaltsstoffe der Früchte.
Säfte werden aus unterschiedlichen Gründen konzentriert. Das Volumen wird verringert, das spart Lagerkosten. Menschen, die sich mit Konzentraten auskennen, sagen, das Konzentrieren des Saftes trage zur Qualitätssicherung bei. Wenn dann neuer Apfelwein oder Apfelsaft gebraucht wird, wird der Saft einfach rückverdünnt. Soll er Wein werden, kommt eine Hefe dazu und er wird vergoren. Natürlich ist es auch viel einfacher, Konzentrat einzukaufen und zu verwenden, als aufwendig Äpfel ernten und verarbeiten zu müssen…
Besonders die großen Keltereien sind mitunter auf Konzentrate angewiesen. Die Rohstoffe für Ihre Produkte stehen überhaupt nicht in dem Umfang zur Verfügung, der gebraucht wird, um all den Apfelwein herzustellen. Man könnte natürlich auch eine Diskussion darüber anfangen, ob große Keltereien nicht etwas mehr für Erhalt und Wohlergehen von Streuobstwiesen tun könnten, von wo sie ihre Äpfel dann auch wieder beziehen könnten.
Im Gegensatz zu den großen Markenapfelweinen bekommt man die Manufakturapfelweine der kleineren Hersteller nur über kleinere Vertriebsnetze oder gar nur beim Produzenten selbst. Dies bedeutet, dass man sich selbst auf den Weg machen muss. Und sind wir ehrlich, wer setzt sich oft ins Auto und fährt weitere Strecken, um einen anderen Apfelwein einzukaufen. Macht man leider doch eher selten, und so bleibt es weitgehend bei dem üblichen Standard-Sortiment.
Es ist aber eine erfreuliche Überraschung, wenn bei einem Supermarkt um die Ecke ein Apfelweinprodukt von einem kleinen Hersteller zu finden ist. So ist es mir ergangen, als ich beim neu eröffneten REWE in der Textorstrasse (ExTram-Depot Sachsenhausen) Apfelschaumwein der Kellerei Döhne entdeckte.
Die Kellerei Döhne sitzt in Schauenburg-Breitenbach 20 km südwestlich von Kassel, stellt Apfelschaumweine und Edelobstbrände her und ist somit der nördlichste hessische Produzent von Apfelweinprodukten. Da fährt man halt nicht einfach so mal vorbei!
Die Apfelschaumweine von Döhne werden im Rahmen der Innitative LandMarkt Hessen angeboten. LandMarkt Hessen ist ein Zusammenschluss von regionalen Direktvermarktern, die bäuerliche Produkte (Wurst, Käse, Marmeladen, Honig, etc,) unter anderem auch in ausgewählten REWE-Supermärkten, anbieten. Die Produkte werden in schön anzuschauenden Holzkisten aufgestellt, und sind eine Abwechslung zu der üblichen Produktpräsentation in Supermärkten.
Auf der Website von LandMarkt sind die Adressen der REWE-Supermärkte bisher leider noch nicht eingepflegt. Der ausliegenden Flyer mit Adressen von Supermärkten, in denen die LandMarkt-Produkte zu finden sind, wurde mitgenommen, eingescannt und hochgeladen. Wer also einen Apfelschaumwein aus der Kellerei Döhne probieren will, muss nicht den weiten Weg nach Nordhessen auf sich nehmen, sondern sich mit 8,99 Euro in der Tasche zum nächstgelegenen Supermarkt begeben.
Und wer wissen möchte, wie dieser Apfelschaumwein uns geschmeckt hat, kann dies hier im Blogeintrag vom Kollegen Kalveram nachlesen.
Wer einen Einkaufs-Tip für ein besonderes und gut erreichbares Stöffchen hat, kann uns dies gerne mitteilen und wir werden diesen hier im Apfelwein-Blog gerne veröffentlichen und ausprobieren.
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