Keltern Sie doch einfach selbst. Vorbereitung, Sortenwahl.

Es geht so einfach. Natürlich ist es jetzt noch zu früh, die geeigneten Sorten reifen noch eine ganze Weile am Baum. Aber es ist sicher kein Schaden, frühzeitig mit den Vorbereitungen anzufangen. Es gilt, ein paar Vorsichtsmaßnahmen zu treffen und sorgfältig zu arbeiten, aber das Apfelweinmachen ist wahrlich kein Hexenwerk. Und vor allem brauchen Sie kein Kaliumpyrosulfit, kein Enzym namens Pektinase, keine Nährsalze, keinen Zucker. All das und noch mehr wird einem in der allwissenden Müllhalde namens Internet immer wieder als notwendige Zutaten für einen gelungenen Apfelwein nahegelegt. Nach unserem Dafürhalten ist das Unsinn. Apfelwein ist ein Naturprodukt und so wollen wir ihn auch herstellen: natürlich. Deswegen verwenden wir selbstverständlichst auch keinen ins Tetrapak gefüllten Apfelsaft aus dem Supermarkt als Rohstoff.

Was sonst? Frisch gepressten Apfelmost natürlich. Und zwar einen von geeigneten Sorten, dann ist dieser ganze Firlefanz obsolet. Geeignete Sorten gibt es viele, Streuobstwiesen sind voll davon. Wir verwenden Sorten, die sowohl ordentlich Apfelsäure, als auch gute Gerbstoffwerte aufweisen. Ausreichender Fruchtzucker ist auch nicht schlecht, das bedeutet im Ende mehr Aroma. Wir empfehlen etwa den Boskoop (voller Name ‘Schöner von Boskoop’). Der verfügt über markante Apfelsäure und gute Fruchtzuckerwerte. Wenn Sie können, lassen Sie ihn bis Ende September am Baum reifen, das bringt beste Zucker- und Aromenwerte. Wenn Sie haben, geben Sie zum weinwerdenden Boskoopsaft frisch gepressten Saft vom Rheinischen Bohnapfel (auch toll: Zugabe von Speierling oder Mostbirnen, die den selben Zweck erfüllen). Den Bohnapfel können Sie gut bis Mitte November am Baum hängen lassen. Ein schmackhafter Speisapfel ist er dann zwar noch nicht  - zu hohe Säurewerte, plombenziehende Gerbstoffgehalte – aber er ist für die Apfelweinbereitung sehr gut geeignet. Seine Säure und Gerbstoffe sind das stabilisierende Rückgrat.

Auch die Rheinische Schafsnase ist ein geeigneter Apfel. Hängen lassen zumindest bis Mitte September. Wie der Bohnapfel gilt sie heute nicht mehr als beliebter Speiseapfel. Sie ist aber wie gemacht für die Herstellung von Apfelwein. Auch die ‘Goldrenette Freiherr von Berlepsch’ ist ein Apfel, der uns bei der Apfelweinbereitung immer gute Dienste erwiesen hat. Er ist zudem ein wunderbarer Speiseapfel. Man sollte ihn nur nicht allzu lange lagern, die Schale wird irgendwann ledrig, der Apfel kann muffig werden. Also lieber gleich pressen und vergären. Es macht wenig Sinn, hier alle geeigneten Sorten aufzuzählen, wir würden sowieso nicht alle nennen können. Ein bisschen kommt es auch darauf an, welches Ergebnis der Kelterer ins Auge fasst. Es gibt sehr viele gute Keltersorten (Trierer Weinapfel, Winterrambour, Zucchalmagliorenette, auch der Topaz funktioniert), die genannten sind lediglich eine sehr knappe Auswahl. Wir beantworten gern Mails mit konkreten Fragen. Achten Sie einfach darauf, dass der Apfel zur Mostherstellung geeinget ist. Tafelobst ist es eher nicht. Siehe oben. Desweiteren benötigt man ein Gärfass aus Kunststoff, ein Schläuchelchen aus Silikon, mit dem man Proben ziehen kann. Und natürlich eine Reinzuchthefe. Keine Scheu davor. Das Ergebnis, gerade bei Anfängern, wird mit besser sein. Eine Schwefelbeigabe stabilisiert die Gärung zusätzlich. Es sollte einen Platz im Keller geben, wo das Fass, die Fässer in Ruhe stehen können. Dann tun die Hefen ihre Arbeit. Aber ganz allein lassen sollte man sie nicht. Regelmäßiges Probieren und begleitende Analyse gehören dazu.

 

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