Es tut sich im Moment einiges in der Apfelweinbranche. Neue Zielgruppen sollen gewonnen werden, das Image aufpoliert oder durch neue Produkte erweitert werden. Im Moment häufen sich auf dem Markt die Neuerscheinungen. Ob sortenreine Apfelweine, besondere Editionen, Apfelschaumweine, Cider oder Apfelwein-Mixgetränke, die Vielfalt der Apfelweinprodukte nimmt zu. Diese Entwicklung ist zu begrüßen, den nur wenn die Branche in Bewegung bleibt, kann sie mit attraktiven Produkten dem rückläufigen Apfelweinkonsum entgegenwirken. Welches Produkt letztendlich überlebt und Erfolg hat, entscheiden weniger der Hersteller, kritische Apfelweinliebhaber oder alteingesessene Kelterer sondern der Verbraucher, und das ist auch gut so.

 

Eine weitere Neuerscheinung die bei uns erst einmal etwas Skepsis aufkommen ließ, ist Apfelwein aus der Dose von BEMBEL-WITH-CARE.

Mit „Dosen“ haben es die diplomierten Designer und bekennenden Apfelweinliebhaber schon seit 2007, als sie mit einem 5-Liter-Fass Apfelwein in Kooperation mit der Kelterei Krämer aus Reichelsheim im Odenwald auf den Markt gekommen sind. Apfelwein im 5-Liter-Partyfass ist wahrlich nichts, was den klassischen Apfelweinkonsumenten hinter dem Schoppedeckel hervorlockt. Aber das Konzept unterscheidet sich von den renommierten Keltereien.

“Weg von den blaugrauen Blumenmustern aus Uromas Zeiten, weg von bunten Aquarellbildern, hin zu einem klaren, frechen, starken und unverkennbaren Erscheinungsbild.”

Die Umsetzung wirkt nicht gewollt modern und doch daneben, sondern zeitgemäß den Puls einer jüngeren Zielgruppe ansprechend. Ein eigenes unverkennbares Design, ein ungewohntes Image, welches da dem Apfelwein verpasst wurde. Und der Inhalt altbewährt, Apfelwein der Kelterei Krämer. Und es wird honoriert, BEMBEL-WITH-CARE hat Erfolg und die Apfelweinszene ein weiteres interessantes Gesicht hinzugewonnen.

Aber nun zur Dose! Statt 5 Liter wurde das Volumen auf handelsübliche 0,5 Liter reduziert. Aber Apfelwein aus der Dose? Gab es so was vielleicht schon einmal und wurde mangels Akzeptanz wieder eingestellt!? Wir wissen es leider nicht!

Und wie schmeckt das wohl? Man möchte es sich erst gar nicht so recht ausmalen. Aluminium ist halt nicht unbedingt ein apfelweintypisches Behältnis, auch wenn der Apfelwein vor seiner Umfüllung meist in Edelstahltanks gelagert wird. Man ist halt ein Gewohnheitstier, sozialisiert durch die braunen Verbandsflaschen und Steingutbehälter und grade noch dabei sich an Apfelwein in Longneck- und Bordeauxflasche zu gewöhnen. Ich gebe zu, die Vermutung ging in Richtung schal und abgestanden. Assoziationen zu warmen, schon mehreren Stunden geöffneten Exportbier gingen durch den Kopf.

Aber nun ran an die Dose! Zur Auswahl stehen Apfelwein Pur, Apfelwein Sauer gespritzt mit 30 % Tafelwasser und Apfelwein mit Cola, ebenfalls in einem Anteil von 30%. Alle drei Varianten wurde Kohlensäure hinzugefügt.

Als Erstes entscheiden wir uns für den sauer gespritzten Apfelwein, da kann man am wenigsten falsch machen, denken wir! Wir öffnen die Dose, eine leises pffft,  der erste Schluck! Das Gegenteil unser Befürchtungen ist eingetroffen, wir trinken einen spritzigen, leichten, erfrischenden Apfelwein mit leichter Säure. Wir sind positiv überrascht. Als Nächstes der Apfelwein Pur. Auch dieser Apfelwein schmeckt eigentlich eher mild und hat trotzdem eine leichte angenehme Säure, die im Mund bleibt. Die leichte Kohlensäure passt sehr gut und es schmeckt!

Und nun: Bei Apfelwein mit Cola scheiden sich ja die Geister. Wie wir bei der Recherche für unser Buch oft gehört haben, ist diese Variante im eher ländlichen Umland bei den Jugendlichen sehr beliebt. Warum auch ausländischen Alkohol mit Cola die Kehle herunterschütten, wenn es auch in Verbindung mit heimischen Apfelweinen genauso geht. Wir stellen uns dieser Herausforderungen! Im Vergleich zum Zider-Cola-Mix von Höhl ist die Variante von BEMBEL-WITH-CARE weniger süß. Man schmeckt vor allem den Apfelwein und seine Säure noch sehr gut heraus. Gut gekühlt recht süffig, wenn auch für den Apfelwein-Puristen undenkbar, ist es halt wieder mal Geschmackssache.

Unsere Resultat: Insgesamt, viel weniger schlimm als gedacht und eigentlich wirklich gut.

Und wo kann man die Dosen zum Preis von 1,25 EUR erwerben? Neben dem Onlineshop gibt es den Apfelwein in Dosen in Kiosken rund um den Friedberger Platz, im Nordend. Beim Einkaufskiosk in der Textorstrasse 23, Sachsenhausen. Der Außendienst steht gerade erst in den Startlöchern, nach und nach sollen alle relevanten Kioske, Tankstellen und dann auch Getränkemärkte in Frankfurt bestückt werden – wir werden berichten. Dann sollen es die drei Dosen in den nächsten Wochen im gesamten Odenwaldgebiet und in den nächsten Monaten in verschiedenen großen Städten in Hessen zu kaufen geben. Eine flächendeckende Versorgung mit Apfelwein aus Dosen ist geplant.

Wen die Aludosen umwelttechnisch nicht stört, kann diese artgerecht im gelben Sack entsorgen, da diese pfandfrei sind.

Gerippte Grüße aus Sachsenhausen!

 

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