EU beschließt geschützte Ursprungsbezeichnung für “Hessischen Apfelwein”

Was sich “Hessischer Apfelwein” nennt, muss seit heute aus hessischem Streuobst gekeltert werden. Was innerhalb der hessischen Keltereienbranche lange Zeit für Streitigkeiten gesorgt hat, ist jetzt Gewissheit: Der Rat der Eropäischen Union hat nun eine Bestimmung erlassen, nach der die Verwendung von Äpfeln aus Regionen, die außerhalb Hessens liegen – das bezieht also auch das Alte Land, die Bodenseeregion und Polen ein – für die Herstellung von “Hessischem Apfelwein” ausdrücklich untersagt ist.

Nach Artikel 6 Absatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 510/2006 des Rates zum Schutz von geografischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel (2010/C 41/07) dürfen für die Herstellung dieser hessischen Spezialität ab sofort nur noch Äpfel aus Hessen verwendet werden, etwa aus dem Taunus, der Rhön, dem Odenwald, dem Spessart und anderen Hessischen Regionen, die für Ihren Bestand von Streuobstwiesen bekannt sind. Das Selbe gilt laut der Verordnung auch für “Frankfurter Apfelwein”. Steht das auf dem Etikett, müssen die verwendeten Äpfel von Frankfurter Streuobstwiesen stammen. Der Bestimmung zufolge ist auch die Verwendung von Apfelsaftkonzentrat untersagt, denn die geschützte Ursprungsbezeichnung schließt auch die handwerkliche Herstellung ein.  Wir freuen uns über dieses deutliche Signal aus Brüssel und sind gespannt, wie die Apfelweinbranche reagieren wird. Für viele Betriebe dürften die Neuregelungen drastische Umstellungen in der Produktion bedeuten.