Die letzte Flasche Bemelmann.

Und wieder eine weniger. Die Kelterei Bemelmann aus Bad Soden-Neuenhain stellt mit Ende des Jahres  den Betrieb ein. Die Brüder Heinrich und Franz Bemelmann, die sich in das Keltern und Ausliefern im Vordertaunus und im Westen Frankfurts teilten, beenden altersbedingt ihr Arbeitsleben, ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Seit 1925 gab es die Kelterei, immer in Familienhand, immer strikt handwerklich.

Der Apfelwein aus der Kelterei Bemelmann war nicht für jeden etwas, schon gar nicht für jeden Einsteiger. Aber für Freunde knochentrockenen, konzentriert-aromatischen Apfelweins mit frischer, kräftiger Säure wahrlich keine schlechte Wahl. Für ihren Apfelwein haben die Bemelmanns immer auf die bunte Streuobstmischung gesetzt. Dem gärenden Apfelwein wurde immer eine gute Quantität Speierling aus der Pflege von Heiko Fischer dazugegeben, was den herben Charakter des Schoppens noch unterstrich.

Das Sortenreine war Bemelmanns Sache nicht.  Und sie folgten auch nicht dem Perlwein-Trend der jüngeren Zeit. Es wurde ein Apfelwein und ein Apfelsaft hergestellt. Das, neben dem saisonal verfügbaren Süßen, war es. Überhaupt sah man sich ganz der Tradition verpflichtet. Hier gehört der Apfelwein ausschließlich ins Gerippte; Überlegungen, Apfelwein auch mal anders zu sehen als lediglich ein im guten Sinne schlichtes Getränk,  das zu einfachen Speisen im einfachen gastronomischen Umfeld genossen wird, quittierte Franz Bemelmann mit seinem typischen, lauten Lachen, das übrigens die vielen, denen er den Apfelwein während Jahrzehnten nach Hause lieferte, häufig hören konnten. Derzeit wird noch der Apfelwein aus dem letzten Jahr verkauft, wenn die letzte Flasche verkauft ist, ist schluss. Es ist bedauerlich, dass dieses Kapitel der handwerklichen Apfelweinbereitung nun nicht weitergeschrieben wird. Dieser Apfelwein wird fehlen.

 

Jörg Stiers Epfeltranc in der Bild und bei RTL

Folgender Artikel erschien am 1.9.11 in der lokalen Boulevardpresse. Artikel Bild Zeitung Epfeltranc

Wir hatten auch bereits über der Produkt berichtet.
Wir haben in dem Bild-Text einen kleinen, aber markanten Fehler gefunden. Wer als erster herausfindet, was wir meinen, bekommt eine Flasche Wein aus Äpfeln, dem Apfelwein des apfelweinblogs. Die Flasche kann entweder direkt morgen an unserem Stand auf dem Brückenwallfest in Sachsenhausen abgeholt werden oder wir verschicken sie per Post.
Die Antwort entweder auf Facebook posten oder an kontakt@apfelweinblog.de
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Gutes Gelingen.

Hier der Link zum Video von RTL Hessen.

Der Gewinner ist bereits ermittelt, die Fehlersuche ist beendet.

Die Auflösung: Spanier verkaufen ihren Apfelwein nicht als “Cidre” in Deutschland und anderswo, sondern als “Sidra”. Kleiner Unterschied im Klang, aber ein großer in Tradition, Kultur, Herstellungsweise und Geschmack. “Cidre” wird der Apfelwein aus dem Norden Frankreichs, vornehmlich aus der Bretagne und der Normandie, genannt.