“Warum so sauer?” fragt die Frankfurter Rundschau

Die Frankfurter Rundschau vom Tage berichtet vom Auftritt des Stadtsoziologen Dr. habil. Peter Noller von der TU Darmstadt, der in der Stadtbücherei in der Hasengasse einen Vortrag über den „Geschmack von Frankfurt“ gehalten hat. Der Mensch kennt nicht unser Frankfurt, so viel ist mal klar. Nollers Äußerungen, die FR-Autor Stefan Behr in seinem Artikel wiedergibt, sind ziemlich olle Kamellen. Folgendes etwa:

„Nicht alle mögen diesen Geschmack“, sagt Noller und zitiert einen ehemaligen Frankfurter Amtsgerichtspräsidenten, den das Stöffche an „das säuerliche Sekret des Magens“ erinnerte.

Recht hat er. Es gibt Kaschemmen, die solches Gesöff ausschenken. Aber warum betreten der Amtsgerichtspräsident und Dr. Noller solche Etablissements und suchen nicht eines der vielen Apfelweinlokale auf, in denen eine Auswahl köstlicher Apfelweine ausgeschenkt wird?

Weiter:

Noller fachsimpelt über die „Wiener Gemütlichkeit“, die „nostalgisch-süß“ schmecke und der „Entschleunigung eines ganzen Lebensstils“ diene. Nicht so in Frankfurt, wo Gemütlichkeit „salzig-sauer“ einherkantappere und lediglich dazu diene, auf „Inseln der Gemütlichkeit“ wieder genug Kraft für das hektische, profitorientierte Leben einer Stadt zu schaffen, die um ihr Leben gerne Metropole wäre. Eine gemütliche Metropole, versteht sich, in der das Stöffche als „Kompensation der Zumutungen“ dient. Und das sieht dem Frankfurter mal wieder ähnlich: Eine Zumutung durch eine andere erträglicher machen zu wollen.

Larmoyanz, Ignoranz, Vorurteilspflege. Druff uff die genussunfähige Stadt, in der angeblich nur geschafft wird, und drauf auf den Apfelwein, die saure Gurkenbrühe, die in diesem Artikel nur zum Touristenverjagen taugt. Das ist langweilig.

letzte Kostprobe:

„Apfelwein ist in Frankfurt kein Volksgetränk mehr.“ Er existiere eigentlich nur noch als „Freizeitangebot an historischen Orten“, um eine potemkinsche Gemütlichkeit vorzuspiegeln, die es so gar nicht gibt, sondern die von Tourismusexperten erschaffen wird, um der Stadt ein Branding zu verleihen. „Weizenbier und Modegetränke“ hätten gerade bei der Jugend den Ebbelwei weitgehend abgelöst. Dass er dennoch allgegenwärtig im Stadtbild auftauche, dürfe über diese Tatsache nicht hinwegtäuschen.

Apfelweinverkostung der Wirtshauskelterer 2013 in der Buchscheer

Der letzte Donnerstag im Juni ist seit Jahren der Tag, an dem die sieben handwerklichen Kelterer, die sich in der Gemeinschaft der Hessischen Wirtshauskelterer zusammengeschlossen haben, ein Stelldichein in der Buchscheer geben, dem Apfelweinlokal des selbstkelternden Apfelweinwirts Robert Theobald. Kreationen des Apfelweinsommeliers Michael Stöckl, Odenwälder Sortenreine (Peter Merkel/Armin Treusch), Rhöner Apfelsherry und Apfelweine (Jürgen Krenzer), Frankfurter Charakter-Apfelweine mit Finesse (Robert Theobald/Jürgen Schuch) und flüssige Streuobstwiesen von Willi Arnold aus Homberg-Ohm: ein fröhlicher, genussreicher, lehrreicher Abend mit einer ganz großen Apfelwein-Vielfalt. Ehrengast Hendoc nicht zu vergessen – die letzten 5 Liter des Wildapfel-Apfelweins – was sehr gutes.

Dem Verein der Frankfurter Apfelweinwirte macht das Wetter im Frühjahr 2013 zu schaffen.

In einem Artikel über die eher durchwachsene Wetterlage derzeit und deren Auswirkungen auf die Frankfurter Apfelweinwirte publizierte die FAZ jüngst folgendes Zitat des Vereinsvorsitzenden:

„Das Wetter ist für die Äpfelweinwirte mit Sommergarten eine Katastrophe“, sagt Peter Häfner, Vorsitzender der Vereinigung der Äpfelweinwirte … Im Vergleich zum vorigen Jahr habe man im Mai 30 Prozent weniger Umsatz erwirtschaftet, meint er. „Das holen Sie nicht mehr auf. Und an den Juni mag ich gar nicht denken.“ 

Der komplette Artikel hier.

 

Die Klappergass´ in Alt-Sachsenhausen und was sie mit der Lepra zu tun hat.

In einem interessanten Artikel über die Ausbreitung der Lepra in Europa in der Süddeutschen Zeitung vom Tage erklärt Katrin Blawat, warum die Klappergasse im Frankfurter Stadteil Sachsenhausen ihren Namen trägt:

Im Mittelalter klang sie (die Klappergass´) nach Siechtum und Leid. Leprakranke waren damals in den Straßen verpflichtet, vor sich selbst zu warnen: “Achtung, hier kommt ein Aussätziger”. Damit das jeder mitbekam, mussten die Kranken Schellen, Glocken und Ratschen mit sich tragen. Deren Gebimmel und Geklapper gab der Klappergasse ihren Namen.

Hier der komplette Artikel.

Burn, Baby, Braeburn. Ein reinsortiger Apfelwein der Kelterei Herberth.

Um das einzig Negative gleich vorne weg zu sagen: Das Etikett ist gut gemeint. Pardon, aber da bestünde wirklich noch Nachholbedarf. Auch, den Apfelwein nicht als sortenrein, sondern als sortenfein zu bezeichnen: Autsch! Aber bitte, Vergebung! Les gouts et les couleurs, on ne discute pas! Ansonsten ist dieser Jahrgangsapfelwein für uns eine Wucht.

Die Kelterei Herberth ist eine in der Tradition verwurzelte Kelterei in Kronberg im Taunus, die sich aber offenbar auch neuen Strömungen zu öffnen weiß. Im Herbst liefern zahlreiche Streuobstwiesenbesitzer Äpfel ab, die neben den Äpfeln der eigenen Obstwiesen für die Produktion der Herberth-Apfelweine dienen. Natürlich wird auch manches Obst zugekauft – nicht nur die Braeburn-Äpfel, aus denen dieser wunderbare, ganz eigenständige Apfelwein gekeltert wird und die natürlich noch nicht in der für die Menge dieser Produktion benötigten Menge auf heimischen Streuobstwiesen wachsen. Wer weiß, was in 50 Jahren ist.

Als erstes fällt die schöne Farbe dieses Apfelweins auf. Schimmert das leicht rotgold? Die zugesetzte Kohlensäure bildet beim Ausschenken eine Schaumkrone, die ebenso schnell verschwindet wie sie sich gebildet hat. Die kleinen Bläschen der Kohlensäure verleihen dem Apfelwein eine zusätzliche Frische, heute ist das Zufügen von Co2 bei vielen Apfelweinen die Regel. Hier ist es fein abgestimmt geschehen.

Die Nase nimmt am stärksten die kräftigen Aromen von reifer Grapefruit wahr, auch schwarze Johannisbeere. Im Mund wiederholt sich dieser Eindruck, es kommen noch Stachelbeeren dazu, exotische Fruchtaromen, auch ganz reifer Pfirsich, und eine das ganze wunderbar stützende und hebende Säure.  Wer die mitunter uninteressant bappig, schwer und parfümiert schmeckenden Äpfel dieser Sorte aus dem Supermarkt kennt, wird überrascht sein, wozu ein Braeburn – und ein Apfelweinmacher, der etwas von seinem Beruf versteht – in der Lage ist. Wir verkaufen diesen großartigen Apfelwein im Apfelweinkontor. 6 vol%!

Cider Cidre Sidra Saft Most – Verkostung von europäischen Apfel- und Birnenweinen

 

Am Donnerstag, 13.6.2013, verkosten wir ab 19.30 Uhr eine Auswahl europäischer Apfelweine aus Großbritannien, der Schweiz, Österreich, Spanien und Frankreich, ein paar Birnenweine werden auch darunter sein. Dazu reichen wir Kleinigkeiten zum Essen. Es sind noch Plätze frei! Kostenbeitrag pP: 25 EUR. Anmeldung unter 069 90 75 61 00 oder post@apfelweinkontor.de