Andreas Schneider in der Zeitung, Johanna Höhl im Radio

Schneider Faz Zwei Protagonisten der hessischen Apfelweinkeltereien-Branche waren am Wochenende in den Medien vertreten. Andreas Schneider vom Obsthof am Steinberg hat der FAZ ein Interview über seine Arbeit mit historischen Apfelsorten gegeben, Johanna Höhl, Chefin der gleichnamigen Kelterei war zu Gast in hr1-talk, einer Radio-Gesprächssendung des Hessischen Rundfunks.

2. Auflage von Karl Stücklers Buch “Most und Apfelwein”

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Anlässlich des Erscheinens der 2. Auflage hat uns der Stocker-Verlag 4 Exemplare des Buches “Most und Apfelwein” von Karl Stückler geschickt, die wir gern an unsere Leser verlosen. Das Buch ist uns seit Jahren ein oft genutztes Hilfsmittel zur Beantwortung aller möglichen Fragen rund um die Apfelweinproduktion. Hier zu unserem Eindruck von der Erstauflage aus dem Jahr 2010. Kelterer, die Rat in einem wirklich fundierten Buch von einem kompetenten Autor suchen, sind mit diesem “Most und Apfelwein” sicherlich bestens aufgehoben.

Um es den Schnäppchenjägern, die im Internet blindwütig Verlosungen abgrasen, wenigstens ein bisschen schwerer zu machen, und um vielleicht Apfelweinenthusiasten zu erreichen, bitten wir um Beantwortung folgender, einfacher Frage: Wie nennt man die größte Wuchsform von Obstbäumen, die man zumeist auf Streuobstwiesen findet? Antwort mit Name und kompletter Anschrift an kontakt@apfelwein-blog.de 

Unter allen richtigen Einlosungen entscheidet das Los, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Teilnahme an der Verlosung bedeutet keinen Anspruch auf Gewinn. Die Gewinner, die wir auslosen, bekommen das Buch auf dem Postwege zugesandt. Einsendeschluss ist Freitag 04.10.2013, 12 Uhr Mittags.

Speierlingslese.

P1060257 P1060258 P1060259Wer Speierlinge für die Apfelweinproduktion verwenden möchte, kann jetzt noch aus dem Vollen schöpfen: Die Bäume hängen voll, viele Speierlinge liegen schon am Boden. Hätten wir übrigens nicht gedacht: Am Berger Südhang, der größten Zusammenhängenden Streuobstwiese in Deutschland mit einem riesigen Artenreichtum, stehen rund 60 Speierlingsbäume. Wer also Interesse daran hat, findet auch für sich einen Baum, den er beernten kann – wohlgemerkt nachdem er/sie die Erlaubnis des Besitzers eingeholt hat. Speierlinge vom Boden auflesen, autsch. Manche sind schon etwas reifer und haben ein wunderbares, marzipanartiges, tiefsüßes Aroma und andere haben noch die volle Kraft vorreifer Speierlinge: die Gerbstoffe, die in der Apfelweinbereitung so eine tolle Rolle übernehmen können. Das Photo unten links zeigt übrigens keine Speierlinge, sondern Wildbirnen. Deren Funktion für die Apfelweinbereitung ist der der Speierlinge ganz ähnlich. In Frankfurt stehen unseres Wissens nur 2 alte Bäume mit solchen Früchten.

Obsthof am Steinberg – 2012er-Goldparmäne mit Weinbirne

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“Ein sortenreiner Apfel-Birnen-Cidre aus historischen Sorten” – das klingt schon mal! Der Duft ist der reifster Äpfel, spät im Jahr geerntet. Bei der Goldparmäne heißt das nicht vor Mitte, vielleicht Ende Oktober. Dann ist es womöglich schmuddeliggrauregnerisch und keine ungetrübte Freude, im Schietwetter Äpfel aufzulesen oder von Hand von den Ästen zu pflücken. Dennoch erinnert irgend etwas am Duft dieses Apfelweines auch an den Geruch kühler, feuchter Steine im Schatten an einem heißen, trockenen Tag im Sommer – diese Goldparmäne zeigt sich als ebenso hell und klar. Feine, kleine Bläschen (zugefügte Kohlensäure) steigen auf – im Mund stellen sie sich als überaus angenehmes, die Eleganz dieses Apfelweines prägendes Mousseux dar. Wie so oft bei Apfelweinen aus dieser Produktion geht auch bei dieser Goldparmäne eine frische, junge Süße mit tief aromatischen Eindrücken einher, begleitet von einer anspringenden, frischen Säure – im Letzten hinterlässt hier wohl die Weinbirne ihre Spuren. Genauso wie in den Gerbstoffen, die in fein austarierter Form auftreten: Sie präsentieren sich als weiteres Element und als Gegenpart zur Fruchtsüße in der Form einer sehr erfrischenden, sehr leichten Bitternis.

Ein interessanter, vielschichtiger Apfelwein, der Eleganz und Kraft in sich vereint. Er hat 7 vol%, ist also fast trocken durchgegoren. Dennoch weist er eine überraschende Fruchtsüße auf, die so bei einem Apfelwein mit diesem Alkoholgehalt nicht unbedingt zu erwarten ist.

Hersteller: Obsthof am Steinberg, Andreas Schneider, 0,75 l

Hoffeste am ersten Septemberwochenende 2013

Obsthof am Berg, Kriftel, www.obsthof-am-berg.de.

Samstag 7. September, ab 17.00 – 1.00 Uhr: LIVE-MUSIK ab 20 Uhr mit “The Incredible DEXTER BAND”

Sonntag 8. September, ab 11 Uhr – 16 Uhr: Frühschoppen, Kinderland mit Hüpfburg

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Obsthof am Steinberg, Frankfurt-Nieder-Erlenbach, http://obsthof-am-steinberg.de/

Sa, 7.9.: Kelterfest ab 11 Uhr Live-Saften Mit Marthas Mobiler Mosterei, Kunst, Handwerk und Schaukeltern für Kinder, ab 15 Uhr, mit Musik. Der Eintritt ist frei.

 

“Vom Apfel zum Wein” – Keltermeister Jörg Stier veröffentlicht Kelter-Leitfaden

Im Jahr 2000 hat Jörg Stier, Kelterer in der Maintaler Kelterei Stier, seinen Leitfaden “Vom Baum in den Bembel” herausgebracht. Viele, die sich damals für die Apfelweinbereitung interessierten und auf der privaten Ebene ihren eigenen Apfelwein im Keller bereiten wollten, kauften sich das Buch, so zählte es zur Ausstattung vieler Privatkelterer, die sich Ratschläge und Anleitung vom Profi erhofften.

Nachdem das Buch ein paar Jahre vom Markt verschwunden war, ist es 2013 wieder auf den Markt gekommen, als aktualisierte und erweiterte Neuauflage gewissermaßen. Nur heißt das Buch jetzt “Vom Apfel zum Wein”. Stier, der seinem Handwerk seit gut 30 Jahren nachgeht, und der ein glühender Verfechter eines strikt handwerklich gekelterten Apfelweines aus klassischem Streuobst – am besten aus ganz lokal geernteten Äpfeln – ist, erklärt dem Leser zuerst den Ursprungsort eines jeden Apfelweines – die Streuobstwiese. Warum wurden diese Wiesen angelegt, was wurde gepflanzt, welche Bedeutung haben sie heute, haben sie überhaupt noch eine?

Eine Passion Stiers sind die sauren Früchte Speierling, Schlehe, Quitte (deren lateinischer Name Cydonia oblonga ist, nicht, wie im Buch geschrieben Cydonis oblonga) und andere – sie und deren Bedeutung für die

Apfelweinbereitung werden so erklärt, dass auch der Laie sich daran machen kann, sie für die Apfelweinbereitung zu verwenden. Das Buch erklärt die Gärung und die Bedeutung der einzelnen Schritte auf dem Weg zum eigenen Apfelwein und erläutert die Wichtigkeit von Analyse und Kellerbuch.

Kurzum: “Vom Apfel zum Wein” ist ein informativer, unterhaltsam geschriebener Leitfaden, von einem geschrieben, der seinen reichen Erfahrungsschatz gern mit dem ambitionierten Laien teilt. Wer sich für die just beginnende Keltersaison fit machen will, wird dieses Büchlein gut gebrauchen können. Empfehlung!

Jörg Stier, Vom Apfel zum Wein, Cocon-Verlag
120 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-86314-222-3, 9,90 €