Kategorie-Archiv: Apfelwein von anderswo

Cidre de Fouesnant – breton cidre artisanal !

IMG_20150701_201906_editDie typische Süße, kombiniert mit ganz sachter, von den Tanninen der verwendeten Äpfel herrührender Bitterkeit. Der Eindruck von erfrischender Säure kommt von der – sicherlich – zugesetzten Kohlensäure. Die Apfelsorten, die für diesen leicht trüben cidre fermier pur jus verwendet wurden, sind sogenannte douce-amère, die süß-bitteren Sorten; über die unseren Apfelwein prägende Apfelsäure verfügen sie nicht. Die Tannine hinterlassen den leicht stumpfen Eindruck im Mundraum. Ansonsten schmecken wir dichte Apfelaromen, Honig, Lindenblüte. So schmecken Äpfel dieser Art, wenn sie nach der Ernte noch eine Weile, so 2 bis 3 Wochen, auf dem Lager nachreifen & die Feuchtigkeit der Äpfel in der Zeit verdampft; der Fruchtzucker konzentriert sich während dessen.

Wir haben großes Vergnügen an diesem Apfelwein – Cidre – aus der Bretagne, aus dem Städtchen Fousnant, der für uns einen echten Zufallsfund darstellt. Eine Freundind brachte uns einige Flaschen von einem Kurztrip in die Bretagne mit, wo sie ihn direkt beim Erzeuger Stéven Goenvec eingekauft hat. Solange der Vorrat reicht: im Apfelweinkontor, Frankfurt-Sachsenhausen, Wallstraße 13.

 

Toby´s Cider – Nordirischer Apfelwein

DSC_0389Toby´s Cider – Bottle conditioned – Armagh County – Northern Ireland

Vorletzte Flasche aus dem Fundus, gekapert 2011 auf dem International Cider Festival in Wales. Geschmacklich gar nicht so weit weg vom Klassisch-Hessischen: trocken, leichte Frucht, herb mit etwas Tannin und Apfelsäure. Immer noch ein toller Apfelwein mit Schmackes und Haltung.

Apfelwein-/Most-Exkursion in den Kanton Thurgau im September.

In Kooperation mit und unterstützt von Agro Marketing Thurgau AG bietet die Apfelwein weltweit GbR (Andreas Schneider und Michael Stöckl) vom 2. bis zum 4. September eine Studienreise nach Mostindien an. In den 3 Tagen sollen herrliche Landschaften  – Bodensee, Rheintal, Seerücken – bereist werden und traditionelle und innovative Mostbetriebe besucht werden. Es wird reichlich Gelegenheit geben, sich mit den Schweizer Most-Produzenten auszutauschen. Eine kleine moderierte Verkostung von deutschen und schweizer Produkten steht natürlich ebenfalls auf dem Programm. Die Reise wird eine Fachexkursion sein und richtet sich vornehmlich an Produzenten und Fachbesucher. Anmeldung bis 15.7.

Mehr Informationen hier.

Apfelwein ganz einfach selber machen – So wird die Küche zur Kelterei

 

 

 

 

 

 

 

 

Newin Stewart, privater Cider-Maker aus Groß-Britannien, hat uns diesen Youtube-Link mit der Bitte um Veröffentlichung geschickt. Dieser Bitte kommen wir gern nach. Er zeigt, wie leicht es ist, in der eigenen Küche und mit ganz gewöhnlichen Gebrauchsgegenständen eigenen Apfelwein herzustellen. Ein guter Einstieg für Neulinge!

Wir haben hier den erklärenden Text von Nevin Stewart in englisch (siehe unten) und die deutsche Übersetzung, die er selbst angefertigt hat. Wir haben Sie belassen wie sie ist, nur hier und da etwas geglättet:

Seit Jahrhunderten ist Apfelsaft mit einer Zellstoff-und-Presse-Methode gewonnen. Äpfel laufen durch einen Schredder und die daraus resultierende Trester wird auf eine Presse gelegt. Homemade oder Masse hergestellt,  ist die notwendige Kit groß, schwer und teuer.
Im Herbst 2011 entwickelte sich die Scillonian Straße Apfelwein Genossenschaft, die zwar eine Fülle von Äpfeln hatte, aber an Geldmangel litt. Sie erdachte sich eine Methode, mit preiswerten (£ 15 – £25, € 20 – 30) gebrauchten Entsaftern für den Hausgebrauch, die wir, “Saft und Anstrengung” nennen. Die Methode ist kostengünstig, sauber, effizient und geeignet um in einer Haushaltsküche zu verwenden.  Die Saftausbeute ist größer als die einer kleinen Presse und die Äpfel sind in einer kürzeren Zeit verarbeitet. Wir nennen unseren Apfelwein “Onslow’s Dry”  in Anerkennung von dem restriktiven Bundes-Lord Onslow in den 1920er-Jahren, der den Verkauf von Alkohol im Dorf Onslow verbot. “Dry”, also trocken, weil alle Fruchtzucker zu Alkohol vergoren wird und der fertige Apfelwein sehr trocken ist.

Rudi Kargus – Vom Elfmeter-Töter zum Maler zum Cider-Paten.

In seinem ersten Leben war Rudi Kargus Fußballer. Torwart beim Hamburger SV etwa, mit einigen Erfolgen in den 1970er-Jahren. Seine Qualitäten bei der Abwehr von Strafstößen verschafften ihm den Ruf des „Elfmeter-Töters“. Später spielte er noch für Nürnberg, Karlsruhe, Köln und andere Vereine. Mit 45 wandte Rudi Kargus sich der Malerei zu. Und er ließ sich darin ausbilden, etwa bei bei Prof. Markus Lüpertz.  Die Malerei ist so etwas wie der Gegenentwurf zu Kargus´erster Karriere. Damals galt es Teamplayer zu sein, den Erfolg zu erzwingen, nicht denken, sondern funktionieren. In der Malerei ist das anders. Denn, so sagt er, hier musste er akzeptieren, „dass man Kunst nicht erzwingen kann“: Nach einem Leben, in dem „Dressur“, Disziplin und vor allem das Festhalten zum Erfolg führten, musste er „das Loslassen lernen“. Und weil er als Fussballprofi mehr als 20 Jahre im Rudel verbracht hat, genießt er es heute um so mehr, allein im Atelier zu stehen. „Malen ist”, wie er sagt, „eine Sache des Alleinseins.”
Für die nunmehr vierte „art of cider“-Edition von most of apples haben Bernd Gerstacker und Christiane Walter einen Cider ganz nach Kargus Geschmack und nach dessen Anregungen angesetzt und im Barrique-Fass ausgebaut. Mit dergleichen haben die beiden bereits Erfahrung; bevor Sie mit die Zusammenarbeit mit Kargus begonnen haben, haben sie bereits für und mit Jay Ryan, Daniel Richter und Otmar Alt Ciders nach deren Wünschen hergestellt.

Rudi Kargus hat für das Etikett sein Bild der Geschichte von Mensch und Apfel gezeichnet. Und jetzt gibt es diese vierte „art of cider“-Edition aus dem Hause most of apples, versehen mit einem Etikett von Rudi Kargus; Cider und  Grafik, nummeriert und signiert, in einer Auflage von 400 Stück. Weihnachtsgeschenk (nicht nur ) für Apfelwein- und Cider-Enthusiasten? Ja, wir empfehlen ausdrücklich.

Verkostet: Yarlington Mill Farmhouse Cider

Als wir im letzten Jahr am “International Cider Festival” in Wales teilgenommen haben, wurden wir am Ende von vielen der dortigen Aussteller reich mit Proben bestückt. Jetzt ist uns wieder eine Flaschen in die Hände gefallen und wir haben noch einmal probiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Yarlington Mill Cider
Produzent: Gwatkin
Region: UK, Sumerset
Typ: Medium Cider, halbtrockener Apfelwein
Leichte Kohlensäure
Alkohol: 7,5%

Sortenreiner Cider aus Yarlington Mill Cider Äpfeln. 2009 Prämiert mit dem Camra Cider Awards.

Yarlington Mill ist eine Apfelsorte, die vornehmlich für die Produktion von Cider verwendet wird. Es handelt sich um stark wachsende Bäume, deren reife Äpfel, die meist im späten November geerntet werden, gelb und rosarot leuchten. Der daraus gewonnene Saft ist reich an Tanninen, Zucker und Säure und damit perfekt für einen Craft-Cider.

Yarlington Mill Cider von Gwatkin ist halbtrocken und wird im Eichenfass ausgebaut. Dem Saft der Äpfel wurde zusätzlich Zucker hinzugefügt, die Gärung wurde durch die natürlichen Hefen der Äpfel angestoßen, auf die Verwendung von Reinzuchthefen wird bei Craft-Cider, so weit ich bisher erfahren habe, verzichtet.

Aber nun zum Geschmack des englischen Stöffchens.  Es ist ein eher süffiger Cider, vordergründig süß, mit einer leicht moussierenden Kohlensäure, für den Craft-Cider typische Dörrapfel- und Vanillearomen und leichter Säure. Die Tannine fördern den gerbstoffbetonten Charakter, der auch eine leicht bittere Note bringt. Insgesamt ist der Yarlington Mill Cider von Gwatkin ein sehr ausgewogener und gehaltvoller Cider, ein ausgesprochen guter Vertreter seiner Art, die 500ml sind aber nicht einfach so mal schnell weggetrunken. Der Vergleich des Herstellers zu einem Dessertwein passt!

Dieser Cider passt sehr gut zu herzhaften Käse, wie dem typisch englischen Stilton.

Preis pro Flasche liegt bei ca. 3,- GBP. Eventuell bald auch über das Apfelweinkontor erhältlich. Wir arbeiten daran.

Das Viez-ABC.

Heute im Trierischen Volksfreund: Das Viez-ABC. Man kann etwas dabei lernen, etwa, dass man in der anderen Apfelweinregion in Deutschland gern Esskastastanien zum Viez (Apfelwein) trinkt. Lesenswert!

Hier der Link.

A Apfel: Grundsätzlich kann Viez aus jedem Apfel hergestellt werden. Je nach Sorte variiert aber der Geschmack.Während Tafeläpfel zwar gut zum Verzehr sind, sind typische Mostäpfel säuerlicher, eher klein, und sie haben harte Schalen. Verbreitet zur Viezherstellung in der Region Trier sind Holzäpfel wie der Porzenapfel sowie der rote und weiße Trierer Weinapfel.

B Birne: Reiner Birnenviez wird kaum noch produziert – ihm wird eine stark abführende Wirkung nachgesagt.
Bruderschaft: Die Trierer Viezbruderschaft, die am Samstag das Viezfest veranstaltet, existiert seit 2010. Ein kleiner Kreis von viezbegeisterten Männern hat sich damals als Verein zusammengefunden, der sich in seiner Satzung Heimatkunde und Heimatpflege rund um den Viez auf die Fahne geschrieben hat. “Das oberste Ziel des Vereins ist diese traditionelle Stellung des Viez, seine Herstellungsverfahren, das Brauchtum rund um den Viez und der dazugehörigen Viezporz für die Allgemeinheit zu erhalten und auszubauen”, heißt es in der Satzung. Es gibt derzeit zwölf Mitglieder, Präsident ist Hanspitt Weiler. Der Verein ist gemeinnützig, deshalb geht der Erlös des Festes auch an ein Streuobstwiesenprojekt.

C Cidre: Die französische Bezeichnung für Apfelwein.

Darm: Zu viel Viez hat mitunter durchschlagende, also abführende Wirkung. Was bei Verstopfung durchaus erwünscht sein kann, kann Ärzten zufolge aber auch bis zum Durchfall führen.

E Eisviez: Eine ungewöhnliche Idee, die 2002 in Fisch bei Saarburg geboren wurde. Michael Winter und Roland Lutz haben analog zum Eiswein schon mehrfach Eisviez produziert. Sie ließen dazu die Äpfel bis nach dem ersten Frost am Baum hängen und kelterten erst im Dezember. Ergebnis: der Most hatte über 100 Grad Oechsle, fast doppelt so viel wie normaler Most.
Essen: Zum Viez passen besonders gut herzhafte Gerichte. Besonders beliebt in Trier waren und sind Esskastanien (“Kesten”) mit Viez. Beim Trierer Viezfest auf dem Domfreihof gibt es aus der Küche des Walderdorffs unter anderem Traditionsgerichte wie Döppelappes und Teerdisch.

Eichhörnchen essen. Eating Squirrel.

Ungewöhnlich? Nicht für Südstaatler! In dem lesenswerten Buch Sweet & Hard Cider – Making it, using it, & enjoying it haben wir dieses Rezept für die Zubereitung der kleinen Nager gefunden. Legen Sie sich doch mal auf die Lauer!

Samuel Trabanco schenkt ein

Brachte ein bisschen Sidra-Hochkultur ins Comedor im MyZeil. Samuel Trabanco schenkt ein. Wer das mal sehen & probieren will: Sonntag, Römerhallen, Apfelwein im Römer.

Von Frankfurt nach Gijon

Apfelwein ist ein Getränk, dass in vielen Teilen der Welt hergestellt und getrunken wird. Überall haben sich im Lauf der Zeit eigene Traditionen herausgebildet, die leidenschaftlich gepflegt werden, für die gestritten und gekämpft wird. In Frankfurt haben wir etwa die Bembel und die Gerippten &c, in der Bretagne ist es die Bol für den Cidre, und die Briten, etwa in Somerset, kennen neben vielem anderen den druidischen Apfelbaumsegen Wassail.  In der jeweiligen Kultur – auch der kulinarischen – , die sich um Apfelwein, Cidre, Cider und co ausgebildet hat, zeigt sich die Vielfalt Europas, seine Einigkeit wie seine schönen regionalen Eigenheiten.

Eine sehr reizvolle Apfelweinkultur konnten wir just während unserer Reise nach Asturien in Nordspanien kennen lernen. Die dortige Apfelweinhauptstadt heißt Gijon, sie liegt am Atlantik, ist eine richtige Perle, und weist derart viele Apfelweinwirtschaften auf (rund 300!), dass wir dort nur neidvoll hinblicken können. Apfelwein heißt dort Sidra, ist weiblich, die entsprechenden Wirtschaften heißen Sidreria, und es ist bei weitem nicht so, dass es nur eine Handvoll Keltereien gäbe, die diese belieferten: Etwa 26 Keltereien sind es in Gijon und Umgebung, etwa 100 Keltereien sind es (die größten sind Trabanco und el Gaitero), die in Asturien Äpfel pressen, gären lassen und in der Regel die einfache, aber zumeist köstliche Sidra Natural daraus machen. Andere asturische Städte, die eine große Bedeutung für die Sidra haben, sind Villaviciosa und Nava.