Kategorie-Archiv: Einkaufstipp

Cidre de Fouesnant – breton cidre artisanal !

IMG_20150701_201906_editDie typische Süße, kombiniert mit ganz sachter, von den Tanninen der verwendeten Äpfel herrührender Bitterkeit. Der Eindruck von erfrischender Säure kommt von der – sicherlich – zugesetzten Kohlensäure. Die Apfelsorten, die für diesen leicht trüben cidre fermier pur jus verwendet wurden, sind sogenannte douce-amère, die süß-bitteren Sorten; über die unseren Apfelwein prägende Apfelsäure verfügen sie nicht. Die Tannine hinterlassen den leicht stumpfen Eindruck im Mundraum. Ansonsten schmecken wir dichte Apfelaromen, Honig, Lindenblüte. So schmecken Äpfel dieser Art, wenn sie nach der Ernte noch eine Weile, so 2 bis 3 Wochen, auf dem Lager nachreifen & die Feuchtigkeit der Äpfel in der Zeit verdampft; der Fruchtzucker konzentriert sich während dessen.

Wir haben großes Vergnügen an diesem Apfelwein – Cidre – aus der Bretagne, aus dem Städtchen Fousnant, der für uns einen echten Zufallsfund darstellt. Eine Freundind brachte uns einige Flaschen von einem Kurztrip in die Bretagne mit, wo sie ihn direkt beim Erzeuger Stéven Goenvec eingekauft hat. Solange der Vorrat reicht: im Apfelweinkontor, Frankfurt-Sachsenhausen, Wallstraße 13.

 

2. Auflage von Karl Stücklers Buch “Most und Apfelwein”

Stueckler_Most

Anlässlich des Erscheinens der 2. Auflage hat uns der Stocker-Verlag 4 Exemplare des Buches “Most und Apfelwein” von Karl Stückler geschickt, die wir gern an unsere Leser verlosen. Das Buch ist uns seit Jahren ein oft genutztes Hilfsmittel zur Beantwortung aller möglichen Fragen rund um die Apfelweinproduktion. Hier zu unserem Eindruck von der Erstauflage aus dem Jahr 2010. Kelterer, die Rat in einem wirklich fundierten Buch von einem kompetenten Autor suchen, sind mit diesem “Most und Apfelwein” sicherlich bestens aufgehoben.

Um es den Schnäppchenjägern, die im Internet blindwütig Verlosungen abgrasen, wenigstens ein bisschen schwerer zu machen, und um vielleicht Apfelweinenthusiasten zu erreichen, bitten wir um Beantwortung folgender, einfacher Frage: Wie nennt man die größte Wuchsform von Obstbäumen, die man zumeist auf Streuobstwiesen findet? Antwort mit Name und kompletter Anschrift an kontakt@apfelwein-blog.de 

Unter allen richtigen Einlosungen entscheidet das Los, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Teilnahme an der Verlosung bedeutet keinen Anspruch auf Gewinn. Die Gewinner, die wir auslosen, bekommen das Buch auf dem Postwege zugesandt. Einsendeschluss ist Freitag 04.10.2013, 12 Uhr Mittags.

“Vom Apfel zum Wein” – Keltermeister Jörg Stier veröffentlicht Kelter-Leitfaden

Im Jahr 2000 hat Jörg Stier, Kelterer in der Maintaler Kelterei Stier, seinen Leitfaden “Vom Baum in den Bembel” herausgebracht. Viele, die sich damals für die Apfelweinbereitung interessierten und auf der privaten Ebene ihren eigenen Apfelwein im Keller bereiten wollten, kauften sich das Buch, so zählte es zur Ausstattung vieler Privatkelterer, die sich Ratschläge und Anleitung vom Profi erhofften.

Nachdem das Buch ein paar Jahre vom Markt verschwunden war, ist es 2013 wieder auf den Markt gekommen, als aktualisierte und erweiterte Neuauflage gewissermaßen. Nur heißt das Buch jetzt “Vom Apfel zum Wein”. Stier, der seinem Handwerk seit gut 30 Jahren nachgeht, und der ein glühender Verfechter eines strikt handwerklich gekelterten Apfelweines aus klassischem Streuobst – am besten aus ganz lokal geernteten Äpfeln – ist, erklärt dem Leser zuerst den Ursprungsort eines jeden Apfelweines – die Streuobstwiese. Warum wurden diese Wiesen angelegt, was wurde gepflanzt, welche Bedeutung haben sie heute, haben sie überhaupt noch eine?

Eine Passion Stiers sind die sauren Früchte Speierling, Schlehe, Quitte (deren lateinischer Name Cydonia oblonga ist, nicht, wie im Buch geschrieben Cydonis oblonga) und andere – sie und deren Bedeutung für die

Apfelweinbereitung werden so erklärt, dass auch der Laie sich daran machen kann, sie für die Apfelweinbereitung zu verwenden. Das Buch erklärt die Gärung und die Bedeutung der einzelnen Schritte auf dem Weg zum eigenen Apfelwein und erläutert die Wichtigkeit von Analyse und Kellerbuch.

Kurzum: “Vom Apfel zum Wein” ist ein informativer, unterhaltsam geschriebener Leitfaden, von einem geschrieben, der seinen reichen Erfahrungsschatz gern mit dem ambitionierten Laien teilt. Wer sich für die just beginnende Keltersaison fit machen will, wird dieses Büchlein gut gebrauchen können. Empfehlung!

Jörg Stier, Vom Apfel zum Wein, Cocon-Verlag
120 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-86314-222-3, 9,90 €

Demeter-Cidre von Michael Michel

IMG_7433 Auge: Kräftige, rotgoldene Farbe. Feine Bläschen steigen auf.

Nase: vollreife Äpfel und Birnen

Mund: Tiefgründige, natürliche Fruchtsüße, Aromen reifer, säureführender Äpfel, deren Gegenparts eine frische, sehr anregende Säure und ganz feine Gerbstoffe sind. Wir schmecken ausserdem ganz leicht Vanille, etwas Erdbeere,  zudem ist der Apfelwein geprägt von Lindenblüten- und leichten Honignoten. Sehr angenehme Perlage.

Fazit: Das ist ein wunderbarer Apfelwein, der trotz wenig Alkohols, wegen des kräftigen natürlichen Restzuckers, der Gerbstoffe und der Apfelsäure, viel Substanz bietet. Er stammt aus der Ernte des Jahres 2011. Als wir den Apfelwein vor gut einem Jahr probiert haben, haben wir ihn lieber erst einmal für eine Weile ins Lager verbannt. Die Harmonie hat uns damals gefehlt, heute ist sie da. Der Cidre hat sich abgerundet, harmonisiert, er ist gefälliger geworden. Jetzt ist er ein unwiderstehlicher südhessischer Apfelwein mit 3,5 vol%, der durchaus als Cidre normand durchgeht. Ausdrückliche Empfehlung! empfohlene Temperatur: im Kühlschrank gut gekühlt. Verkauf in Frankfurt: Apfelweinkontor, Wallstraße 13

Burn, Baby, Braeburn. Ein reinsortiger Apfelwein der Kelterei Herberth.

Um das einzig Negative gleich vorne weg zu sagen: Das Etikett ist gut gemeint. Pardon, aber da bestünde wirklich noch Nachholbedarf. Auch, den Apfelwein nicht als sortenrein, sondern als sortenfein zu bezeichnen: Autsch! Aber bitte, Vergebung! Les gouts et les couleurs, on ne discute pas! Ansonsten ist dieser Jahrgangsapfelwein für uns eine Wucht.

Die Kelterei Herberth ist eine in der Tradition verwurzelte Kelterei in Kronberg im Taunus, die sich aber offenbar auch neuen Strömungen zu öffnen weiß. Im Herbst liefern zahlreiche Streuobstwiesenbesitzer Äpfel ab, die neben den Äpfeln der eigenen Obstwiesen für die Produktion der Herberth-Apfelweine dienen. Natürlich wird auch manches Obst zugekauft – nicht nur die Braeburn-Äpfel, aus denen dieser wunderbare, ganz eigenständige Apfelwein gekeltert wird und die natürlich noch nicht in der für die Menge dieser Produktion benötigten Menge auf heimischen Streuobstwiesen wachsen. Wer weiß, was in 50 Jahren ist.

Als erstes fällt die schöne Farbe dieses Apfelweins auf. Schimmert das leicht rotgold? Die zugesetzte Kohlensäure bildet beim Ausschenken eine Schaumkrone, die ebenso schnell verschwindet wie sie sich gebildet hat. Die kleinen Bläschen der Kohlensäure verleihen dem Apfelwein eine zusätzliche Frische, heute ist das Zufügen von Co2 bei vielen Apfelweinen die Regel. Hier ist es fein abgestimmt geschehen.

Die Nase nimmt am stärksten die kräftigen Aromen von reifer Grapefruit wahr, auch schwarze Johannisbeere. Im Mund wiederholt sich dieser Eindruck, es kommen noch Stachelbeeren dazu, exotische Fruchtaromen, auch ganz reifer Pfirsich, und eine das ganze wunderbar stützende und hebende Säure.  Wer die mitunter uninteressant bappig, schwer und parfümiert schmeckenden Äpfel dieser Sorte aus dem Supermarkt kennt, wird überrascht sein, wozu ein Braeburn – und ein Apfelweinmacher, der etwas von seinem Beruf versteht – in der Lage ist. Wir verkaufen diesen großartigen Apfelwein im Apfelweinkontor. 6 vol%!

Rudi Kargus – Vom Elfmeter-Töter zum Maler zum Cider-Paten.

In seinem ersten Leben war Rudi Kargus Fußballer. Torwart beim Hamburger SV etwa, mit einigen Erfolgen in den 1970er-Jahren. Seine Qualitäten bei der Abwehr von Strafstößen verschafften ihm den Ruf des „Elfmeter-Töters“. Später spielte er noch für Nürnberg, Karlsruhe, Köln und andere Vereine. Mit 45 wandte Rudi Kargus sich der Malerei zu. Und er ließ sich darin ausbilden, etwa bei bei Prof. Markus Lüpertz.  Die Malerei ist so etwas wie der Gegenentwurf zu Kargus´erster Karriere. Damals galt es Teamplayer zu sein, den Erfolg zu erzwingen, nicht denken, sondern funktionieren. In der Malerei ist das anders. Denn, so sagt er, hier musste er akzeptieren, „dass man Kunst nicht erzwingen kann“: Nach einem Leben, in dem „Dressur“, Disziplin und vor allem das Festhalten zum Erfolg führten, musste er „das Loslassen lernen“. Und weil er als Fussballprofi mehr als 20 Jahre im Rudel verbracht hat, genießt er es heute um so mehr, allein im Atelier zu stehen. „Malen ist”, wie er sagt, „eine Sache des Alleinseins.”
Für die nunmehr vierte „art of cider“-Edition von most of apples haben Bernd Gerstacker und Christiane Walter einen Cider ganz nach Kargus Geschmack und nach dessen Anregungen angesetzt und im Barrique-Fass ausgebaut. Mit dergleichen haben die beiden bereits Erfahrung; bevor Sie mit die Zusammenarbeit mit Kargus begonnen haben, haben sie bereits für und mit Jay Ryan, Daniel Richter und Otmar Alt Ciders nach deren Wünschen hergestellt.

Rudi Kargus hat für das Etikett sein Bild der Geschichte von Mensch und Apfel gezeichnet. Und jetzt gibt es diese vierte „art of cider“-Edition aus dem Hause most of apples, versehen mit einem Etikett von Rudi Kargus; Cider und  Grafik, nummeriert und signiert, in einer Auflage von 400 Stück. Weihnachtsgeschenk (nicht nur ) für Apfelwein- und Cider-Enthusiasten? Ja, wir empfehlen ausdrücklich.

Frankfurter Bembelschoppen

Der Kelterer Jörg Stier hat einen neuen Apfelwein gemacht, exklusiv für die Bembelmanufaktur von Monika Maurer. In deren Bembel-Lädchen in Frankfurt/Sachsenhausen kann man diesen süffigen, nicht klar filtrierten Apfelwein, der eine köstliche Ballance von Frucht, Süße und Apfelsäure hält, kaufen. Wir haben probiert und empfehlen den Kauf sehr.

In ganz eigener Sache: Wir eröffnen einen Laden.

Apfelweinkontor eröffnet ein Apfelweingeschäft in Frankfurt-Sachsenhausen. Wir verkaufen dort Apfelweine aus unserer Produktion und die von namhaften Kelterern, die wir wertschätzen und deren Philosophie unserer entspricht. Für die Auswahl des Sortiments werden wir uns in Hessen, Deutschland und anderswo umsehen. Stück für Stück werden wir neue Apfelweine ins Sortiment aufnehmen. Zudem werden wir die Räumlichkeiten nutzen, um Verkostungen und Abende rund um Apfelweine und die regionale kulinarische Kultur zu veranstalten.

Öffnungszeiten: Mo-Fr: 13 Uhr bis 19 Uhr, Samstag: 10.30 Uhr bis 16 Uhr. Schauen Sie doch mal vorbei, wir würden uns freuen. Adresse: Wallstraße 13 (Eingang im Hof), 60594 Frankfurt am Main.

 

Osterbembel

Bembel sind Teil der Tradition (und für uns nicht wegzudenken), aber für manche einfach nicht machbar, weil zu derb. Hm. Dieses Ding hier sollte doch selbst die ärgsten Bembelskeptiker überzeugen – Ein Bembel aus der Höchster Porzellanmanufakur – eine der feinsten Sachen, oder? Uns gefällt das gut. Und wer noch auf der Suche nach einem exklusiven Osterei ist: Hier kann er es kaufen. Frohe Ostern. Der Apfelwein im Glas ist aus der Buchscheer, macht auch Freude.