Apfelweinkontor eröffnet ein Apfelweingeschäft in Frankfurt-Sachsenhausen. Wir verkaufen dort Apfelweine aus unserer Produktion und die von Kelterern, die wir wertschätzen und deren Philosophie unserer entspricht: Für den Anfang haben wir eine kleine, dennoch interessante, vielfältige Auswahl zusammengestellt. Für die Auswahl des Sortiments werden wir uns in Hessen, Deutschland und anderswo umsehen. Stück für Stück werden wir neue Apfelweine ins Sortiment aufnehmen. Zudem werden wir die Räumlichkeiten nutzen, um Verkostungen &c zu veranstalten.
Öffnungszeiten: Mo-Fr: 13 Uhr bis 19 Uhr, Samstag: 10.30 Uhr bis 15 Uhr. Schauen Sie doch mal vorbei, wir würden uns freuen. Adresse: Wallstraße 13 (Eingang im Hof), 60594 Frankfurt am Main.
Die Brüder Ralf und Holger Henrich, die gemeinsam den Krifteler Obsthof am Berg betreiben, waren auf der heurigen Destillata ausgesprochen erfolgreich. Auf der österreichischen Prämierung für internationale Spitzendestillate, an der in diesem Jahr 187 Betriebe aus 10 Nationen ( Argentinien, Deutschland, Italien, Namibia, Niederlande, Schweden, Schweiz, Slowakei, Ungarn und Österreich ) teilgenommen haben, wurden die Brüder als Newcomer des Jahres ausgezeichnet. Das Sortiment der mit großer Sorgfalt hersgestellten Obstbränden sowie die innovative Whisky-Schiene des sympathischen Betriebes scheint die Destillata-Juroren überzeugt zu haben. Der Publikums-Pomme d´Or 2012, den die Henrichs dann am letztvergangenen Sonntag von der Apfelcompagnie für ihren Apfel-Quitten-Tischwein des letzten Jahres überreicht bekommen haben, dürfte die Freude perfekt gemacht haben. Gratulation!
Die Kelterei Possmann hat in Rödelheim eine Apfelweinwirtschaft eröffnet, die Frankfurter-Äpfelwein-Botschaft. Gäste sollen sich dort “direkt an der Produktionsstätte von der einzigartigen Qualität unseres Äpfelweins überzeugen und die umfangreiche Palette unserer Produkte verkosten”, sagte Keltereichef Peter Possmann anlässlich der Eröffnung. Website: frankfurter-apfelwein-botschaft.de
Es wurde schon lange getuschelt, dass es die Eulenburg, eine der aller-aller-schönsten Apfelweinwirtschaften Frankfurts, nicht mehr lange geben wird. Jetzt ist es Gewissheit. In der Frankfurter Neuen Presse von heute wird die Schließung des Lokals zum Ende des Monats Mai verkündet. Geht nochmal hin, Leute. Ein herrliches Lokal. Aus der Eulenburg werden Wohnungen gemacht. (Photo: FNP)
Nach Dauths Hinnerkopp, einer der wenigen guten Apfelweinwirtschaften in Frankfurt-Sachsenhausen, ist die Eulenburg bereits das zweite Lokal, das für immer schließt; wie man hört, werden weitere folgen.
Hier ist der Link, die FNP hat diesen Artikel ungekürzt online gestellt:
Heute hat uns der Hessische Keltereienverband wirklich positiv überrascht. Derzeit plant man für das Frühjahr 2012 ein zweitägiges Seminar, in dessen Verlauf Apfelweinwirten (und -wirtinnen) und deren Angestellten (und -innen) das Kulturgut Apfelwein nahegebracht werden soll. Wo kommt es her, wie wird es hergestellt, welche Sorten eignen sich, worin liegen die Unterschiede, etc. Das sind Fragen, deren kompetente Beantwortung zum kleinen Einmaleins eines jeden in der Apfelweingastronomie Arbeitenden zählen sollten, oft aber klaffen im Wissen der Betreffenden erschreckende Lücken.
Zwei Aspekte sollten in dem Seminar unbeding behandelt werden: Kellerwirtschaft und Hygiene! Wie muss Apfelwein in den Wirtschaften gelagert werden, ohne Schaden zu nehmen. Das Risiko, in einer Apfelweinwirtschaft heute einen durch falsche Lagerung und mangelnde Sauberkeit der Leitungen und Fässer verdorbenen Apfelwein serviert zu bekommen, ist nicht gering. Natürlich gibt es zahlreiche Wirte, die ihren Apfelwein hegen, pflegen und sich intensiv darum kümmern, dass es ihm gut geht. Aber es könnten mehr sein.
Zitat aus der Pressemeldung: “Grundidee: Je differenzierter die Wirte das vielfältige Produkt Apfelwein kennen und Ideen für verkaufsfördernde Maßnahmen an die Hand bekommen, desto besser können sie fundierte Informationen an Gäste weitergeben und „Lust“ auf den Genuss von Apfelwein machen.”
Mit diesem Seminar folgt der Verband der Diversifizierung und Qualitätsoffensive, die seit Jahren in der Apfelweinbranche stattfindet und unternimmt erneut einen Schritt, um den wichtigsten Botschaftern des Apfelweins – den Wirten – dessen Bedeutung nahezubringen. Ältere Versuche einzelner Keltereien, Seminare über Kellerwirtschaft und Apfelweinlagerung durchzuführen, scheiterten nach Keltereienangaben am mangelnden Interesse der Apfelweingastronomen. Teilnehmern winkt die Auszeichnung “Zertifizierter Apfelweinwirt” - eine zusätzliche Motivation, die hoffentlich für rege Teilnahme sorgt.
Interessierte Gastronomen können unter apfelwein@apfelwein.de Informationen anfordern.
Und wieder eine weniger. Die Kelterei Bemelmann aus Bad Soden-Neuenhain stellt mit Ende des Jahres den Betrieb ein. Die Brüder Heinrich und Franz Bemelmann, die sich in das Keltern und Ausliefern im Vordertaunus und im Westen Frankfurts teilten, beenden altersbedingt ihr Arbeitsleben, ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Seit 1925 gab es die Kelterei, immer in Familienhand, immer strikt handwerklich.
Der Apfelwein aus der Kelterei Bemelmann war nicht für jeden etwas, schon gar nicht für jeden Einsteiger. Aber für Freunde knochentrockenen, konzentriert-aromatischen Apfelweins mit frischer, kräftiger Säure wahrlich keine schlechte Wahl. Für ihren Apfelwein haben die Bemelmanns immer auf die bunte Streuobstmischung gesetzt. Dem gärenden Apfelwein wurde immer eine gute Quantität Speierling aus der Pflege von Heiko Fischer dazugegeben, was den herben Charakter des Schoppens noch unterstrich.
Das Sortenreine war Bemelmanns Sache nicht. Und sie folgten auch nicht dem Perlwein-Trend der jüngeren Zeit. Es wurde ein Apfelwein und ein Apfelsaft hergestellt. Das, neben dem saisonal verfügbaren Süßen, war es. Überhaupt sah man sich ganz der Tradition verpflichtet. Hier gehört der Apfelwein ausschließlich ins Gerippte; Überlegungen, Apfelwein auch mal anders zu sehen als lediglich ein im guten Sinne schlichtes Getränk, das zu einfachen Speisen im einfachen gastronomischen Umfeld genossen wird, quittierte Franz Bemelmann mit seinem typischen, lauten Lachen, das übrigens die vielen, denen er den Apfelwein während Jahrzehnten nach Hause lieferte, häufig hören konnten. Derzeit wird noch der Apfelwein aus dem letzten Jahr verkauft, wenn die letzte Flasche verkauft ist, ist schluss. Es ist bedauerlich, dass dieses Kapitel der handwerklichen Apfelweinbereitung nun nicht weitergeschrieben wird. Dieser Apfelwein wird fehlen.
Nachbericht der FNP über unseren Trip nach Wales:
Es war ein Ausflug zur Völkerverständigung: Eine kleine Sachsenhäuser Delegation brach zum internationalen Cider-Festival nach Wales auf, um die Werbetrommel für den Ebbelwei zu rühren (wir berichteten). Jetzt sind Michael Rühl, Konstantin und Johannes Kalveram zurück – und haben einiges gelernt.
“Der gute hessische Apfelwein, wie wir ihn kennen und lieben, ist für die Waliser echte Gewöhnungssache”, erzählt Konstantin Kalveram. Denn nicht nur deren Cider unterscheidet sich vom Frankfurter Nationalgetränk beträchtlich: Die walisische Variante hat einen geringen Säuregehalt, ist eher trüb und “sehr handfest” im Geschmack. Beim typischen Cidre aus der Normandie überwiegt die süße, saftige Note. Die Asturier haben eine ganze Bandbreite – vom Schaumwein bis zum alkoholfreien Cidras – im Angebot.
Und unser geliebter Apfelwein? “Kam bei den Festbesuchern sehr gut an”, erzählt der Sachsenhäuser. Zunächst seien vor allem die Briten dem deutschen Produkt gegenüber sehr skeptisch gewesen. “Aber als sie sich an den Säuregehalt gewöhnt hatten, waren sie rundum von den Socken.”
Mit 1000 Litern Ebbelwei waren Michael Rühl, Konstantin und Johannes Kalveram aufgebrochen. Mehr als die Hälfte verkauften sie an die rund 3000 Besucher. Einige Liter an fremdländischen Kostproben fanden dafür den Weg nach Sachsenhausen. Besonders bei den Damen hatten die Frankfurter einen guten Stand, weil sie einen halbtrockenen Perlwein aus Äpfeln im Gepäck hatten. Unter den “Ladies” sei dessen süffige Note recht beliebt gewesen.
Eine hessische Weisheit, so lernten sie, ist gar keine solche, sondern eine internationale: “Apfelwein bringt verschiedene Menschen an einen Tisch und verbindet sie”, weiß Kalveram nach seinem Besuch zu berichten. Kommendes Jahr wollen sie erneut zum Fest reisen. (ges)
Obst von Bäumen anderer Leute zu ernten ist an sich nicht erlaubt, darauf wird immer wieder hingewiesen. Es gibt aber immer wieder herrenlose Obstbäume oder Bäume auf privatem Grund, deren Besitzer kein Interesse an dem Obst haben. Eine Internetseite bringt solche herrenlosen Bäume bzw solche Baumbesitzer und Leute, die keinen Obstbaum haben, aber ernten wollen, zusammen. Sie heißt: Mundraub.org.
Wer in der Annahme ist, dass Apfelwein seit Jahrhunderten ein typisches Frankfurter “Getränk” ist, der wird vom Artikel “Der Geschmack der Städte - Speisen als sozialgeschichtliche Indizien” von Peter Leusch, überrascht sein.
Ein Auszug …
Peter Noller, Soziologe an der Technischen Universität Darmstadt, versucht dies exemplarisch für die Stadt Frankfurt und ihre drei legendären Spezialitäten: Apfelwein, Handkäse mit Musik und die so genannte Grüne Soße.
“Der Handkäs und auch der Apfelwein sind eigentlich erst vor 100 Jahren mit der Industrialisierung nach Frankfurt gekommen und mit einer Veränderung des Selbstbildes der Stadt. Frankfurt ist von außen damals um das Fünffache gewachsen mit den Menschen, die vom Land in die Stadt gingen, und die brachten ihren Geschmack in die Stadt mit, nämlich Apfelwein, den sie zu Hause gemacht haben, der zu Hause auch hergerichtet und getrunken wurde. Vorher war das nicht Apfelwein, sondern der Wein, der in der Gegend um Frankfurt entlang des Mains angebaut wurde. Es gab da einen Bruch des traditionellen Getränks und auch der Art zu essen, nun nämlich ein proletarisch-bäuerlicher, derber, säuerlicher Geschmack, mit dem man diese Stadt identifiziert.”
Noller bleibt nicht bei der historischen Herkunft des Apfelweins stehen. Der Äppelwoi und die derben Frankfurter Gerichte übernehmen heute eine wichtige Funktion in der Stadt:
“Die Stadt wird oft als sehr harte Stadt betrachtet, die ein Kältepol ist, und was spüren wir, wenn wir Apfelwein trinken und diese Gerichte essen. Das sind auch sehr deftige starke Gerichte, aber sie ermöglichen uns einen Blick einzunehmen, der ein anderer ist, als der Blick, den man auf die Bankenstadt mit den Hochhäusern, auf die Skyline einnimmt. Die Skyline ist eher das Globale, während dieser Geschmack uns zurückführt auf das Lokale, auf das Besondere dieser Stadt. Und es ermöglicht auch die Stadt als Ganzes zu betrachten.”
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