Speierlingslese.

P1060257 P1060258 P1060259Wer Speierlinge für die Apfelweinproduktion verwenden möchte, kann jetzt noch aus dem Vollen schöpfen: Die Bäume hängen voll, viele Speierlinge liegen schon am Boden. Hätten wir übrigens nicht gedacht: Am Berger Südhang, der größten Zusammenhängenden Streuobstwiese in Deutschland mit einem riesigen Artenreichtum, stehen rund 60 Speierlingsbäume. Wer also Interesse daran hat, findet auch für sich einen Baum, den er beernten kann – wohlgemerkt nachdem er/sie die Erlaubnis des Besitzers eingeholt hat. Speierlinge vom Boden auflesen, autsch. Manche sind schon etwas reifer und haben ein wunderbares, marzipanartiges, tiefsüßes Aroma und andere haben noch die volle Kraft vorreifer Speierlinge: die Gerbstoffe, die in der Apfelweinbereitung so eine tolle Rolle übernehmen können. Das Photo unten links zeigt übrigens keine Speierlinge, sondern Wildbirnen. Deren Funktion für die Apfelweinbereitung ist der der Speierlinge ganz ähnlich. In Frankfurt stehen unseres Wissens nur 2 alte Bäume mit solchen Früchten.

Obsthof am Steinberg – 2012er-Goldparmäne mit Weinbirne

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“Ein sortenreiner Apfel-Birnen-Cidre aus historischen Sorten” – das klingt schon mal! Der Duft ist der reifster Äpfel, spät im Jahr geerntet. Bei der Goldparmäne heißt das nicht vor Mitte, vielleicht Ende Oktober. Dann ist es womöglich schmuddeliggrauregnerisch und keine ungetrübte Freude, im Schietwetter Äpfel aufzulesen oder von Hand von den Ästen zu pflücken. Dennoch erinnert irgend etwas am Duft dieses Apfelweines auch an den Geruch kühler, feuchter Steine im Schatten an einem heißen, trockenen Tag im Sommer – diese Goldparmäne zeigt sich als ebenso hell und klar. Feine, kleine Bläschen (zugefügte Kohlensäure) steigen auf – im Mund stellen sie sich als überaus angenehmes, die Eleganz dieses Apfelweines prägendes Mousseux dar. Wie so oft bei Apfelweinen aus dieser Produktion geht auch bei dieser Goldparmäne eine frische, junge Süße mit tief aromatischen Eindrücken einher, begleitet von einer anspringenden, frischen Säure – im Letzten hinterlässt hier wohl die Weinbirne ihre Spuren. Genauso wie in den Gerbstoffen, die in fein austarierter Form auftreten: Sie präsentieren sich als weiteres Element und als Gegenpart zur Fruchtsüße in der Form einer sehr erfrischenden, sehr leichten Bitternis.

Ein interessanter, vielschichtiger Apfelwein, der Eleganz und Kraft in sich vereint. Er hat 7 vol%, ist also fast trocken durchgegoren. Dennoch weist er eine überraschende Fruchtsüße auf, die so bei einem Apfelwein mit diesem Alkoholgehalt nicht unbedingt zu erwarten ist.

Hersteller: Obsthof am Steinberg, Andreas Schneider, 0,75 l

Hoffeste am ersten Septemberwochenende 2013

Obsthof am Berg, Kriftel, www.obsthof-am-berg.de.

Samstag 7. September, ab 17.00 – 1.00 Uhr: LIVE-MUSIK ab 20 Uhr mit “The Incredible DEXTER BAND”

Sonntag 8. September, ab 11 Uhr – 16 Uhr: Frühschoppen, Kinderland mit Hüpfburg

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Obsthof am Steinberg, Frankfurt-Nieder-Erlenbach, http://obsthof-am-steinberg.de/

Sa, 7.9.: Kelterfest ab 11 Uhr Live-Saften Mit Marthas Mobiler Mosterei, Kunst, Handwerk und Schaukeltern für Kinder, ab 15 Uhr, mit Musik. Der Eintritt ist frei.

 

“Vom Apfel zum Wein” – Keltermeister Jörg Stier veröffentlicht Kelter-Leitfaden

Im Jahr 2000 hat Jörg Stier, Kelterer in der Maintaler Kelterei Stier, seinen Leitfaden “Vom Baum in den Bembel” herausgebracht. Viele, die sich damals für die Apfelweinbereitung interessierten und auf der privaten Ebene ihren eigenen Apfelwein im Keller bereiten wollten, kauften sich das Buch, so zählte es zur Ausstattung vieler Privatkelterer, die sich Ratschläge und Anleitung vom Profi erhofften.

Nachdem das Buch ein paar Jahre vom Markt verschwunden war, ist es 2013 wieder auf den Markt gekommen, als aktualisierte und erweiterte Neuauflage gewissermaßen. Nur heißt das Buch jetzt “Vom Apfel zum Wein”. Stier, der seinem Handwerk seit gut 30 Jahren nachgeht, und der ein glühender Verfechter eines strikt handwerklich gekelterten Apfelweines aus klassischem Streuobst – am besten aus ganz lokal geernteten Äpfeln – ist, erklärt dem Leser zuerst den Ursprungsort eines jeden Apfelweines – die Streuobstwiese. Warum wurden diese Wiesen angelegt, was wurde gepflanzt, welche Bedeutung haben sie heute, haben sie überhaupt noch eine?

Eine Passion Stiers sind die sauren Früchte Speierling, Schlehe, Quitte (deren lateinischer Name Cydonia oblonga ist, nicht, wie im Buch geschrieben Cydonis oblonga) und andere – sie und deren Bedeutung für die

Apfelweinbereitung werden so erklärt, dass auch der Laie sich daran machen kann, sie für die Apfelweinbereitung zu verwenden. Das Buch erklärt die Gärung und die Bedeutung der einzelnen Schritte auf dem Weg zum eigenen Apfelwein und erläutert die Wichtigkeit von Analyse und Kellerbuch.

Kurzum: “Vom Apfel zum Wein” ist ein informativer, unterhaltsam geschriebener Leitfaden, von einem geschrieben, der seinen reichen Erfahrungsschatz gern mit dem ambitionierten Laien teilt. Wer sich für die just beginnende Keltersaison fit machen will, wird dieses Büchlein gut gebrauchen können. Empfehlung!

Jörg Stier, Vom Apfel zum Wein, Cocon-Verlag
120 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-86314-222-3, 9,90 €

Demeter-Cidre von Michael Michel

IMG_7433 Auge: Kräftige, rotgoldene Farbe. Feine Bläschen steigen auf.

Nase: vollreife Äpfel und Birnen

Mund: Tiefgründige, natürliche Fruchtsüße, Aromen reifer, säureführender Äpfel, deren Gegenparts eine frische, sehr anregende Säure und ganz feine Gerbstoffe sind. Wir schmecken ausserdem ganz leicht Vanille, etwas Erdbeere,  zudem ist der Apfelwein geprägt von Lindenblüten- und leichten Honignoten. Sehr angenehme Perlage.

Fazit: Das ist ein wunderbarer Apfelwein, der trotz wenig Alkohols, wegen des kräftigen natürlichen Restzuckers, der Gerbstoffe und der Apfelsäure, viel Substanz bietet. Er stammt aus der Ernte des Jahres 2011. Als wir den Apfelwein vor gut einem Jahr probiert haben, haben wir ihn lieber erst einmal für eine Weile ins Lager verbannt. Die Harmonie hat uns damals gefehlt, heute ist sie da. Der Cidre hat sich abgerundet, harmonisiert, er ist gefälliger geworden. Jetzt ist er ein unwiderstehlicher südhessischer Apfelwein mit 3,5 vol%, der durchaus als Cidre normand durchgeht. Ausdrückliche Empfehlung! empfohlene Temperatur: im Kühlschrank gut gekühlt. Verkauf in Frankfurt: Apfelweinkontor, Wallstraße 13

Toby´s Cider – Nordirischer Apfelwein

DSC_0389Toby´s Cider – Bottle conditioned – Armagh County – Northern Ireland

Vorletzte Flasche aus dem Fundus, gekapert 2011 auf dem International Cider Festival in Wales. Geschmacklich gar nicht so weit weg vom Klassisch-Hessischen: trocken, leichte Frucht, herb mit etwas Tannin und Apfelsäure. Immer noch ein toller Apfelwein mit Schmackes und Haltung.

“Apfelwein im Römer” wird zu “Apfelwein weltweit”

So schreiben die Veranstalter

Ein großer Schritt in die Apfelwein-Zukunft: Aus “Apfelwein im Römer” wird “Apfelwein weltweit”. Nach fünf erfolgreichen Jahren im Frankfurter Römer zieht die internationale Apfelweinmesse an einen neuen Ort: Ab 2014 wird die Präsentation der besten Apfelweine aus Hessen, Deutschland und dem Rest der Welt im erhabenen Ambiente des Gesellschaftshaus Palmengarten veranstaltet.

Nachtrag Mitte September 2013 – die Unternehmung hat auch eine neue Internetseite: http://apfelwein-weltweit.de/

Dort findet man die wichtigen Informationen über die Veranstaltung

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Sie interessieren sich für eine Apfelweinprobe in Frankfurt?

Wir richten gern eine Apfelweinverkostung für Sie und Ihre Gäste aus. Entweder für Gruppen bis etwa 20 Personen bei uns im Laden (Apfelweinkontor, Wallstraße 13, Frankfurt-Sachsenhausen) oder in einer externen Räumlichkeit (für größere Gruppen). Im Lauf der Verkostung probieren Sie ausgewählte Apfelweine, die die große Vielfalt der hessischen Apfelweine aufzeigen: Vom einfachen, aber schmackhaften Hausschoppen über sortenreine Apfelweine bis zu Apfelsekten gibt es in unserer Region ein breites Spektrum großartiger Produkte. Bei der Ausrichtung der Verkostung gehen wir auch gern auf Ihre Wünsche ein. Brot und Wasser inklusive, auf Wunsch reichen wir auch gern Kleinigkeiten zum Essen. Wenn Sie Interesse an einer Apfelweinverkostung haben, schreiben Sie uns einfach eine Nachricht oder rufen Sie uns an: 069 – 90 75 61 00.

Die 3. Hessische Apfelweinmeisterschaft – diesmal in Frankfurt.

Wer macht den besten Apfelwein im ganzen Land? Diese Frage wird vom 12. bis 14.7.2013 bei der dritten Hessischen Apfelweinmeisterschaft für Hobby-Kelterer entschieden. Insgesamt werden 16 Apfelwein-Kelterer an diesem Wettbewerb teilnehmen. Gekürt wird der dritte hessische Apfelweinkönig.
Die dritte Hessische Meisterschaft im Apfelweinkeltern wird veranstaltet von  Johannes Döringer und Hendrik Docken.

Alle amtierenden Apfelweinkönige stellen sich mit ihren selbstgekelterten Schoppen interessierten Apfelweinkennern und –Liebhabern bei einer Blindverkostung. Am Sonntag, den 14. Juli, nach 3 Tagen Apfelweinverkostung und Auszählung der abgegebenen Stimmen, wird um 17:00 Uhr der dritte hessische Apfelweinkönig gekrönt.
Wo: Im Frankfurter Garten, Danziger Platz, Frankfurt

http://www.frankfurter-garten.de/

Programm:
Freitag: 16-21 Uhr Blindverkostung der 16 eingereichten Apfelweine
19:00 Uhr Live Musik Blues und Gedöns
Samstag: 12-21 Uhr Blindverkostung der 16 eingereichten Apfelweine
19:00 Uhr Live Musik Cider Man
Sonntag: 12-16:00 Uhr Blindverkostung der 16 eingereichten Apfelweine
12:00 Uhr Frühschoppen mit Live Musik
17:00 Krönung des Hessenmeisters

Ausblicke auf die Apfelweinkultur