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Hessische Kelterer sind in Gijon erfolgreich.

Die internationale Apfelweinmesse “Sicer” im nordspanischen Gijon gehört bereits jetzt, obwohl sie erst zwei mal stattgefunden hat, zu den wichtigen Branchentreffs. Kelterer, die von dieser Veranstaltungen berichten, gebrauchen oft Superlative. Und wir können uns auch erklären, woher die Begeisterung dafür kommt: Rund 60 Hersteller aus aller Welt stellen Ihre Produkte aus. Apfelweinmacher aus Spanien, Russland, Deutschland, Argentinien, Kanada, Mexiko, Frankreich, England und der Schweiz präsentieren die Facetten weltweiter Apfelweinproduktion.

Unter all diesen Herstellern von Apfelstill- und -schaumweinen haben zwei Kelterer aus Hessen mit Ihren Produkten schöne Erfolge feiern können. Jürgen Krenzers 2004er trockener Apfelsherry aus dem schottischen Whiskeyfass ist zur originellsten Spezialität der Messe gekürt worden – und das gegen Konkurrenzprodukte etwa von “Domaine Pinnacle” und “La Face Cachee” (beides kanadische Ice-Cider), Jörg Geiger und dem normannischen Edelkelterer Earl Eric Bordelet. Das sind gewichtige Konkurrenten. Und die Entscheidung zu Gunsten des Rhöner Apfelsherrys ist vollkommen richtig. Krenzer hat sich durch jahrelange Experimente mit dieser Spielart des Apfelweins zum kenntnisreichen Produzenten hochwertiger Sherrys aus Äpfeln entwickelt. Probieren lohnt. Der zweite Hesse, der in Gijon reüssieren konnte, ist Armin Treusch. Wie Krenzers Apfelsherry landete dessen 2008er Reichelsheimer Weinapfel unter den besten 12 Apfelweinprodukten der Veranstaltung. Bei insgesamt mehr als 300 Obstweinspezialitäten, die in Gijon ausgestellt wurden, ein toller Erfolg.

Betrachtet man die Liste der Aussteller, kommt man nicht umhin festzustellen, dass die hessische Apfelweinbranche von kleinen und kleinsten Keltereien verteten wird. Dagegen ist an sich nichts einzuwenden, nur: Repräsentativ für Hessens Apfelweinproduktion sind diese Betriebe eher nicht. Schon alleine der geringen Mengen wegen, die in den Betrieben in aller Regel hergestellt werden. Wo sind die großen Vertreter der Zunft? Schade, dass zum Beispiel die Keltereien Rapp´s, Possmann und Heil die internationale Apfelweinmesse nicht nutzen, um sich mit Ihren Produkten zu präsentieren. Schon durch die hergestellten Mengen und die Ausrichtung auf den konventionellen, typisch hessischen Apfelweintyp sind sie prädestinierte Stellvertreter für den “Hessischen Apfelwein” und dessen internationale Repräsentation sollte selbstverständlich sein.