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Der Annelsbacher Apfelweintag 2010 – Ein Fazit.

Es wurde viel gesprochen in Annelsbach in diesem Jahr. Wenig diskutiert, kaum kontrovers, so gut wie gar nicht geschimpft. Man war auf konstruktives Miteinander aus. In vielen Fragen waren Groß und Klein sich einig. Gegenseitige Wertschätzung allenthalben. Dort, wo kleine Keltereien sich regelmäßig mit den großen Betrieben in den Haaren hatten, gab es in diesem Jahr nur eines: weitgehenden Konsens. Und das ist ja auch gut.

Es wurde also viel gesprochen. Über Vielfalt. Über Image. Über Qualität. Die Vielfalt haben wir mittlerweile, da kommt kein anderes Land mit. Wo gibt es auf so wenig Platz eine so reichhaltige Palette von Apfelweinen wie in Hessen? Am Image wird gewerkelt. Diverse Keltereien setzen auf milde Apfelweine, stattliche & elegante Ausstattungen, Premiumschaumweine etc fürs Sortiment. Das kommt an und funktioniert auch gut. Trotzdem ist das staubige Image eine harte Nuss, es wird seine Zeit dauern, sie zu knacken. Falls es klappt. Das größte Problem: Die Qualität. Verkostungen ergeben regelmäßig, dass kleine wie große Kelterein Qualitätsprobleme haben. Natürlich bei weitem nicht alle, aber dennoch zu viele. Hefeböxer, Essigstich und andere Gärfehler sind bei weitem nicht die Domäne kleiner Keltereien. Das bringen in erstaunlicher Kontinuität auch die Großen hin. Offenbar schützen ein Studium der Getränketechnologie, das Abgucken der Kellertechnik der Winzer und andere profunde Wege der Wissensaneignung nicht davor im Apfelweinkeller kapitale Fehler zu machen. Es ist hohe Zeit für eine ehrliche Debatte über mangelhafte Qualität. Denn die prägt – vor allem anderen – das Image, mit dem die Branche zurecht kommen muss. Vielfalt gibt es genug, jetzt muss um Qualität gerungen werden.