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Fassgelagerter Boskoop. Herausforderung!

Aber die Farbe ist doch schon sagenhaft! Und die Schlieren im Glas lassen auf einen hohen Glyzerin-Gehalt schließen.

Aber die Farbe ist doch schon sagenhaft! Und die Schlieren im Glas lassen auf einen hohen Glyzerin-Gehalt schließen.

2012 im späten November haben wir einen Boskoopbaum geerntet. Die Äpfel wurden nicht gleich gepresst, sondern erst nach etwa 3 Wochen im kühlen Lager. Durch die Lagerung der Äpfel haben wir uns eine Konzentration des ohnehin schon recht hohen Zuckergehaltes erhofft, um auf diese Weise einen höheren Alkohlgehalt, eine andere Aromatik und mehr Fülle zu erreichen. Haben wir auch. Aber auch: eine Konzentration der Apfelsäure, die beim Boskoop  ohnehin schon recht hoch ist. Also hatten wir nach Ende der Gärung einen Apfelwein mit 11 g/l Säure: eine Herausforderung, auch für stahlharte Apfelweinenthusiasten. Ab 7 g/l steigt der Apfelweinfreund in der Regel aus – allerspätestens.

Dem ursprünglichen Plan folgend, haben wir den Apfelwein dann in ein bereits mehrfach belegtes Barrique gelegt, um den Alkoholgehalt zusätzlich zu erhöhen, und um dem Apfelwein leichte Holznoten mitzugeben. Das Ergebnis ist ein wunderbarer Apfelwein – die Barriquelagerung über wenige Monate brachte die gewünschten Aromen, der Apfelwein hat einen vollen, komplexen Charakter, bleibt nur eine Sache: die nach wie vor hohe Säure. Die hat sich durch die Fasslagerung um etwa 1 g/l abgebaut – immer noch zu hoch. Die nächsten Wochen werden bringen, wie wir das Ding lösen werden. Wir sind auf der Suche nach einem geeigneten Verschnittpartner. Abenteuer Apfelweinbereitung!