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Von der Anlieferung der Äpfel.

Es sind zumeist die Alten, die sich der Tradition verpflichtet fühlen. Oder sie machen es einfach, weil sie es einfach schon immer gemacht haben, es gewohnt sind, und weil sie es gut finden, die Äpfel der eigenen Bäume zur nächstgelegenen Kelterei zu bringen. Der Herr auf dem Photo bringt seine Äpfel in die Kelterei Rothenbücher, wo sie zu Saft und Wein aus sehr regionalem Kelterobst verwendet werden. Wer weiß, ob er weiß, welch wichtigen Beitrag er leistet.

Apfelanlieferung, Kelterei Rothenbücher

In der Regel bekommen die Lieferanten etwas Geld – gar nicht selten viel zu wenig; welche Mühe es macht, Äpfel vom Boden zu lesen, weiß nur, wer es schon mal gemacht hat. Wer da nicht entsprechend entlohnt wird, der lässt es lieber bleiben. Wo man sich darauf verständigt, Äpfel nicht mit Geld aufzuwiegen, gibt es von der Kelterei im Tausch Apfelsaft oder Apfelwein, je nach Menge von Äpfeln, die man angeliefert hat.

Apfelanlieferung, Kelterei Rothenbücher 1

Apfel und Hand 2

Der alte Herr liefert  seine Äpfel mit einem Traktor an, Jahrgang 1960, den er im gemütlichen, sehr gemütlichen Tempo über die Landstraße von seiner Wiese im Spessart bis zur Kelterei gelenkt hat.

Apfel und Hand 1

Apfelanlieferung, Kelterei Rothenbücher

Wo wären wir ohne die alten Streuobstwiesenbesitzer, Kleingärtner und Hausgärtner, die ihre Bäume in Schuss halten und im Herbst die Äpfel ernten oder vom Boden auflesen, damit sie nicht auf dem Boden verrotten? Ohne die Wenigen, die sich der Strapaze der Apfellese unterziehen, stünden wir alle noch dümmer da. Dennoch wär´s schön, wenn es mehr wären. Und auch die Jungen. Es müsste auch mal nachgepflanzt werden …

Rampe am Apfelsilo, Kelterei Rothenbücher

Schon ganz in Ordnung: Apfelweinmixgetränk

Ein bisschen skeptisch waren wir schon. Eingeschworene Verächter von Limonade in Apfelwein, Wein, Bier oder sonstwo, die wir nun einmal sind, waren wir sicher, dass das NICHTS für uns ist. Ausgeschlossen. Aber man muss auch mal über den eigenen Schatten springen, dachten wir uns.

Also haben wir uns neben einigen anderen (richtigen) Apfelweinen eine Auswahl derzeit verfügbarer Apfelweinmixgetränke besorgt und haben probiert:

Apfelwein-Grapefruit-Mix ‘Z‘ der Kelterei Höhl - Grapefruit dominiert Apfel. Keine wahrnehmbare Apfelsäure, leichte Kohlensäure, recht süß. Gut gekühlt erfrischend.

Den gleichnamigen Apfelwein-Cola-Mix aus gleichem Hause - den Geschmack kennt man von den Gummi-Colafläschchen aus der Tüte. Oder von Spezi. Einigen in der Runde  - Colaliebhaber, klar – schmeckte das tatsächlich. Ehrlich gesagt: Uns geht das zu weit.

Den Apfelwein-Grapefruit-Mix ‘Grape – AP‘ der Kelterei Müller - Man schmeckt den Apfelwein leicht durch. Grapefruitaromen eher undeutlich, leicht flüchtige Säure, ziemlich süß.

Den Apfelwein-Grapefruit-Blutorange-Mix ‘Mix 3‘ der Kelterei Rothenbücher - der herbe Kerl unter den Apfelweinmixen. Blutorange und Grapefruit deutlich, Apfel eher nicht. Aber die Säure des Apfels ist markant. Macht den Mund wässrig. Gut.

Den “Fichtekranz” genannten Apfelwein-Maracuja-Pfirsich-Mix der Kelterei Heil - deutlich reifer Pfirsich. Jemand sagt “Gummibärchen”. Leider keine Kohlensäure, die das Getränk erfrischen würde. Ist da wirklich Apfelwein drin?

Sowie dessen mit “Kräutern” versetztes Pendant - ein Begriff macht die Runde: “Almdudler”. Und: Süßer als die entsprechende Bionade.

(Beide noch nicht im Handel, wohl erst ab Mitte Juli)

Pink Apple” aus der Kelterei Herberth. Dieser ist als “Apfelweinmixgetränk” eigentlich nicht richtig kategorisiert. Es handelt sich dabei um einen rötlichen Apfelperlwein, mit Holunder versetzt - leichte Säure, weder Apfel noch Holunder sind deutlich schmeckbar. Schmeckt leicht alkoholisch. Leicht herb.

Und “Pure Cider” aus der Kelterei Possmann. Ein Mix aus Apfelwein, Apfelsaft, Kohlensäure und Zucker – Ein typischer Cider, Apfelweinig, frisch wie Saft mit reichlich Süße und wenig Alkohol. Sehr angenehm.