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Zukunftsmusik: Herkunftsbezeichnung beim Apfelwein

Die unterschiedlichsten Kreise machen sich immer wieder Gedanken, wie Apfelwein für eine größere Zahl von Käufern interessant gemacht werden könnte. Das ist gut und notwendig, denn der Apfelweinmarkt darbt. Die Branche ist schon froh, wenn sie nicht schrumpft. Um den Zustand zu beheben und Käufer zu mobilisieren, verfallen große Anbieter nicht selten darauf, einfach zu konsumierende Apfelweine herzustellen – etwa besonders milde oder Apfelweinmixgetränke. Longneckflasche und Kronkorken sind dann oft Elemente der Ausstattung, wegen derer der Apfelwein als besonders „partytauglich“ angepriesen wird. Oder er wird gleich mit Limonade versetzt und man freut sich, dass dort, wo sonst eher Biermixgetränke und noch schlimmeres konsumiert werden, nun auch mehr Apfelwein getrunken wird. Das ist verständliche Freude.

Vielleicht werden die Konsumenten der Mixturen aus Apfelwein und Limonade irgendwann mal Apfelwein und das, was ihn geschmacklich auszeichnet, wertschätzen. Warum sollte nicht, wer als Heranwachsender pappsüße Mixgetränke runtergekippt hat, später, wenn die Geschmacksknospen genug davon abbekommen haben, einen Apfelwein goutieren, der mit allem daherkommt, was Apfelwein eben charakterisiert – mit Apfelaromen, Fruchtnoten, frischer Säure und kräftigen Gerbstoffen? Ausgeschlossen ist das wahrlich nicht, aber es ist auch kein Königsweg. Vielleicht hülfe etwas anderes mehr, vielleicht. Wir haben diesen Gedanken nicht erfunden, aber wir spielen mal damit, er ist sehr reizvoll: die Herkunftsbezeichnung für Hessischen bzw. Frankfurter Apfelwein. Denkbar wäre hier etwa eine Art geschützter Ursprungsbezeichnung, nach der Erzeugung, Herstellung und Verarbeitung festgelegten Methoden folgen. Wir kennen Ähnliches etwa vom Cidre des Paye d´Auge, der mit dem Kürzel AOC – Appellation d´Origine Contrôlée – auf dem Etikett seine Herkunftsregion benennt und die traditionelle Herstellung garantiert.