Der Deutschen liebstes Fruchtsaftgetränk schneidet in der aktuellen Septemberausgabe der Stiftungwarentest weniger gut ab als erwünscht. Vor allem hinsichtlich des Aromas gibt es bei einigen Säften große Defizite, den einige Apfelsäfte schmecken nicht so wie sie schmecken sollten. Nur 11 von 28 getesteten Apfelsäften bekommen in der Gesamtbenotung ein “gut”, neun Produkte erhalten die Note “befriedigend”, fünf “ausreichend” und drei werden sogar mit “mangelhaft” beurteilt. Wieder mal scheinen die Discounter bessere Arbeit zu machen als einige Markenprodukte. Besonders traurig ist das schlechte Abschneiden der Biosäfte (einmal “befriedigend”, einmal “ausreichend”).
Zum ersten mal wurde auch der Anteil der Polyphenol in den Säfte untersucht. Diesen sekundären Pflanzenstoffe, die vor allem in der Schale und in den Kernen vorhanden sind – deswegen lieber Äpfel ungeschält oder ganz aufessen – werden eine positive Wirkung auf die Gesundheit nachgesagt bzw. wurde dies schon in klinischen Untersuchungen (z.B. bei Herzkreislauferkrankungen, Darmkrebs) nachgewiesen. Sie sollen durch ihre antioxidative Wirkung vor freien Radikalen schützen. Wie hoch der Gesamphenolanteil eines Saftes ist hängt vor allem von der Sorte, Anbauklima und Reifegrad ab. Mostäpfel die vor allem für die Herstellung von Apfelwein verwendet werden haben bis zu 10-mal mehr Polyphenole als das normale Tafelobst. Daraus kann der aufmerksame Leser nun schlussfolgern, dass Apfelwein – wenn man mal vom Alkohol absieht – gesünder ist als Apfelsaft, da er ja zudem kaum Zucker hat.
Neben den Ergebnissen erhält man in diesem Testbericht auch eine allgemeine Warenkunde zu Apfelgetränken, Informationen zu Streuobstwiesen und besagten Polyphenolen.
Die aktuelle Ausgabe gibt es zum Preis von 4,50 EUR beim Zeitschriftenverkäufer Ihres Vertrauens oder man kann ihn zum Preis von 2,50 unter folgendem Link downloaden. www.test.de
Entgegen der landläufigen Meinung ist der Speierling weder Apfel noch Birne. Er gehört in die Familie der Sorbusfrüchte. Lateinischer Name: Sorbus domestica. Andere Sorbusarten sind die Mehlbeere (Sorbus aria), die Elsbeere (Sorbus torminalis), und die Vogelbeere oder Eberesche (Sorbus aucuparia).
Zum richtigen Zeitpunkt und vor der Reife (Mitte bis Ende September) geerntet, enthält der Speierling einen ausgesprochen hohen Gersbstoffanteil. Dann schmeckt er so bitter und wirkt so stark zusammenziehend (adstringierend) auf die Mundschleimhaut, dass man das abgebissene Stück auf schnellstem Wege wieder ausspeien möchte. Daher der Name.
Gibt man Speierlingssaft (unreif!) an den zu vergärenden Apfelsaft, und zwar nicht mehr als 1 oder 2 % davon, treiben diese Gerbstoffe oder Polyphenole die Gärung des Apfelweins voran, machen ihn stabiler, konservieren ihn und geben ihm den typischen, harmonischen Geschmack, einen glänzenden, goldenen Farbton und eine leicht herbe, adstringierende Note. Je mehr Speierling, desto adstringierender. Zuviel macht den Apfelwein schnell bitter.
Der Speierling ist ein absolutes Qualitätsmerkmal für einen Apfelwein. Weil Ernte und Verarbeitung kostspielig und nicht ganz einfach sind und weil vornhemlich großen Keltereibetrieben die Sache zu kostspielig und aufwendig wurde, hat die Branche ihre Leitsätze kurzerhand geändert. In der nachgebesserten Version ist “Speierling” die Typisierungsbezeichnung für einen “gerbstoff- und säurebetonten” Apfelwein. Soll heißen: Jeder kann “Speierling” aufs Etikett schreiben, es muss aber keiner in der Flasche drin sein. Etikettenschwindel ist das. Am besten also: nachfragen.
Ist der Speierling reif, sieht er scheußlich-bräunlich-matschig aus, schmeckt aber 1a. Ein bisschen wie Marzipan. Hineinbeißen lohnt sehr. Bis ein Speierlingsbaum trägt, können gut 20 Jahre ins Land gehen. Die riesigen, landschaftsprägenden Bäume können bis zu 200 Jahre alt werden und so lange tragen sie auch.
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