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Stell Dir vor es ist ein Nationalgetränk und keiner geht hin

Wir sind immer noch und jedes Mal aufs Neue total erstaunt, wie wenig die Leute im Stammland, in der Mutterstadt des Apfelweins, über den Apfelwein wissen. Im Lauf des Jahres haben wir einige öffentliche Apfelweinverkostungen durchgeführt, im großen, wie im kleinen Rahmen, bei denen wir natürlich nicht nur den für die traditionelle Apfelweinbereitung typischen, knochentrockenen, durchgegorenen, mitunter kräftige Säure führenden Standardschoppen im Gepäck hatten, sondern auch Halbtrockenes, Sortenreines, kräftig adstringierendes, perlendes-schäumendes, mit Sherryhefen versetzes, etc pp. Und obwohl kleinere Keltereien wie die von Schneider, Stier, Schuch und andere für die große Vielfalt sorgen und auch, wenn mancher schon mal die trinkenswerten Apfelsekte von Nöll oder Possmann getrunken hat:

Die Hessen kennen Ihren Apfelwein nicht und haben keine Ahnung davon, was man damit und daraus machen kann. Die erste Reaktion ist oft genug Verblüffung.

Und wenn wir den Teilnehmern dann auch noch nicht das Gerippte in die Hand drücken, sondern ein sich nach oben verjüngendes Degustations- oder wenigstens ein Weißweinglas, in dem sich die Aromen des Apfelweines selbstverständlich ganz anders mitteilen, als im nach oben sich weitenden traditionellen Apfelweinglas, haben wir die Lacher ungewollt auf unserer Seite. Der Acker ist noch lang nicht bestellt. Das mit den unterschiedlichen Gläsern kann man schnell zuhause selbst ausprobieren. Man nehme ein Geripptes und ein Weißweinglas mit Stiel, das nach oben etwas enger wird, kaufe sich einen Apfelwein oder 2 oder 3 (und das müssen keine teureren Manufakturapfelweine sein, handelsüblicher Markenapfelwein tut es vollkommen und es gibt sehr gute) und lerne kennen, was ein Glas mit einem Wein anstellt. In jedes Glas einen Schluck, vergleichen.

Einen Weißwein trinken wir doch auch nicht aus dem Wasserglas. Zumindest nicht, wenn wir ihn kennen lernen wollen. Mehr zur Verkostung bald.